Jetzt findet das WM-Finale doch tatsächlich noch mit der Beteiligung eines Spieler aus der Region statt. Gut, natürlich nicht wie anfangs erhofft mit den im Landkreis Rottweil aufgewachsenen Joshua Kimmich und Sebastian Rudy. Aber einer der Finalspieler stammt vom Hochrhein. Von der Schweizer Seite zwar, aber immerhin: Kroatiens Mittelfeld-Stratege Ivan Rakitic ist in Rheinfelden (Aargau) geboren und in der benachbarten Gemeinde Möhlin aufgewachsen.

Teil des kreativen Kroaten-Kombinats

Rakitic ist unersetzlicher Teil des kreativen Kroaten-Kombinats Raktic&Modric, dem genialsten Duo seit Watson und Holmes. Rakitics Familie lebt noch immer in Möhlin. Und sie lebt den Fußball: Sein Vater Luka Rakitic gründete 1989 in Möhlin den Fußballverein NK Pajde, Bruder Dejan Rakitic ist Pajdes Trainer und Ivans Berater. Der hat via Basel, Schalke und Sevilla zwar längst eine Weltkarriere hingelegt, die ihn nach Barcelona geführt hat. Verbunden ist er seinem Heimatort dennoch, richtete dort vor einigen Jahren zum Beispiel ein Freundschaftspiel mit vielen befreundeten Stars aus.

Ein weiterer Kroate hat eine württembergische Vergangenheit: Mario Mandzukic, der Siegtorschütze gegen England, flüchtete mit seiner Familie 1992 als Sechsjähriger vor dem Krieg in der kroatischen Heimat. Ihn verschlug es nach Ditzingen im Landkreis Ludwigsburg. Vier Jahre später musste die Familie nach Kroatien zurückkehren.

Und wir können uns sogar an noch mehr Regionalität klammern: Mit Benjamin Pavard steht auf der französischen Gegenseite ja auch noch ein Spieler des VfB Stuttgart auf dem Platz, ein waschechter Schwabe also, zumindest nahezu. Macht mit etwas gutem Willen also gleich drei Spieler aus der Region, die am Sonntag wahrscheinlich auch alle von Anfang an spielen. Da muss man sich wirklich nicht mehr über die deutsche Totalaufgabe in der Gruppenphase grämen, oder?