Im Kampf um die EM-Qualifikation ist der Fußball am Montagabend gleich in zwei Stadien in den Hintergrund gerückt: Sowohl in Bulgariens Hauptstadt Sofia als auch in Paris kam es zu Szenen, die wohl noch ein Nachspiel haben werden.

Rassistische Parolen und Hitlergrüße in Sofia

Die Partie Bulgarien gegen England musste in der ersten Halbzeit zweimal wegen rassistischer Äußerungen von bulgarischen Fans unterbrochen werden. Die dunkelhäutigen England-Stars wurden immer wieder angefeindet und rassistisch beleidigt, einige bulgarische Fans zeigten auf der Tribüne wiederholt Hitlergrüße. Der Schiedsrichter warnte über den Stadionsprecher vor dem Abbruch der Partie, ließ sie jedoch schließlich zu Ende spielen.

Bulgarische Fans zeigen auf der Tribüne immer wieder Hitlergrüße und beleidigen die dunkelhäutigen England-Stars mit rassistischen Parolen.
Bulgarische Fans zeigen auf der Tribüne immer wieder Hitlergrüße und beleidigen die dunkelhäutigen England-Stars mit rassistischen Parolen. | Bild: NIKOLAY DOYCHINOV, APF

Englische Spieler hatten vor der Begegnung gedroht, den Rasen bei rassistischen Vorfällen gegen einen Spieler zu verlassen. Das taten sie allerdings nicht und feierten ein müheloses 6:0 (4:0). Marcus Rashford (7.), Ross Barkley (20., 32.), Raheem Sterling (45., 69.) und Harry Kane (85.) schossen die Tore.

Der englische Fußball-Verband FA forderte im Anschluss an das Spiel Untersuchungen durch die UEFA. Das schrieb die FA am Montagabend nach dem 6:0-Sieg. „Wie wir bedauerlicherweise wissen, ist es nicht das erste Mal, dass unsere Spieler von dieser Art Missbrauch betroffen sind“, hieß es in einer Mitteilung.

Türkische Spieler salutieren erneut

In Paris hat Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft die Revanche für die 0:2-Niederlage im türkischen Konya verpasst. Das Team von Didier Deschamps kam nur zu einem 1:1 (0:0). Mehr als über das Ergebnis wurde jedoch im Anschluss an die Partie über die türkischen Nationalspieler diskutiert, die nach dem Ausgleichstreffer des Düsseldorfer Profis Kaan Ayhan erneut salutierten und so ihre Sympathie mit der Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan zeigten. Und auch nach dem Abpfiff stellte sich der Großteil der türkischen Elf vor dem Fanblock auf und salutierte.

Die türkischen Spieler salutieren, als sie ein Tor gegen Frankreich feiern.
Die türkischen Spieler salutieren, als sie ein Tor gegen Frankreich feiern. | Bild: THIBAULT CAMUS, DPA

Türkische Spieler hatten bereits am Freitag beim Spiel gegen Albanien mit einer militärischen Ehrenbezeugung auf dem Spielfeld den Siegtreffer zum 1:0 den in Syrien eingesetzten Soldaten gewidmet und damit für Aufsehen gesorgt.

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Die Europäische Fußball-Union wird ein Verfahren einleiten und zunächst Stellungnahmen von den Beteiligten einholen. Das UEFA-Verfahren kann sich gegen den Verband oder aber auch gegen einzelne Spieler richten. Nach den Statuten des Dachverbands sind politische Äußerungen und Gesten auf dem Spielfeld in UEFA-Wettbewerben untersagt.

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Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian hatte vor dem Hintergrund der türkischen Militäroffensive in Syrien seine Teilnahme an dem EM-Qualifikationsspiel abgesagt. Das bestätigten Kreise des Außenministeriums in Paris. Die Militärintervention der Türkei war in Frankreich und anderen Ländern stark kritisiert worden.