Nun mag die Zeit und vor allem das Wetter nicht perfekt passen, um über Eishockey zu reden. Auch wenn viele Profis schon in der Vorbereitung auf die neue Saison schwitzen. Doch mitten im Hochsommer haben die deutschen Profiligen eine weitreichende Entscheidung getroffen. Kühlen Herzens haben sie beschlossen, ein hitziges Thema zu einem guten Ende zu führen. Ab der Saison 2020/21 wird es wieder einen Auf- und Abstieg zwischen der DEL und der DEL 2 geben. Schluss also mit der Abschottung der Eliteklasse, die nach US-amerikanischem Vorbild gerne unter sich bleiben möchte. Neue Teams gab es in den vergangenen Jahren nur bei Pleiten oder Rückzügen. Aber auch nur, wenn der aufstrebende Verein die Voraussetzungen wie ein geeignetes Stadion und eine Bürgschaft vorweisen konnte. Diese Voraussetzung gilt auch künftig. Neu allerdings ist, dass durch sportliche Leistungen die Chance auf den Aufstieg besteht – und in der DEL eben die Gefahr eines Abstiegs. Das war das Problem der vergangenen Jahre: Während der Kampf um die Playoff-Teilnahme spannend war, spielten die Kellerkinder etliche Wochen ohne großen sportlichen Reiz. Der Abstand nach vorne war zu groß – und ein Abstieg drohte nicht. Für eine Sportart ist es selten gut, wenn ein Ansporn fehlt. Diesen Makel haben nun die Verantwortlichen getilgt. Sie haben die Voraussetzungen geschaffen, dass wieder mehr Spannung aufkommt. Andererseits dürfte es DEL-Clubs geben, denen die neue Perspektive nicht gefällt. Ohne große Angst konnten die kleineren Clubs wie Straubing oder auch Schwenningen in die Saison gehen. Was sollte auch schon passieren? Selbst den Wild Wings nicht, die in den ersten Jahren ihrer DEL-Rückkehr stets weit hinten in der Tabelle landeten. Den sportlichen Abstieg mussten sie aber nie fürchten. Die einen nennen das Planungssicherheit, die anderen Langeweile. Das ist bald vorbei.