Martin Fuchs läuft über das Gelände. Der Schweizer schaut sich genau um. Schon viele Jahre war der Springreiter nicht mehr in Donaueschingen. Der 26-Jährige gehört mittlerweile zur Weltelite im Springreiten, zuletzt war er auf der Global Champions Tour unterwegs. Am vergangenen Wochenende wurde er im niederländischen Valkenswaard Siebter, weil ihm im Stechen ein Fehler unterlief. „Sonst wäre ich vielleicht ganz vorne gelandet“, sagt Fuchs. 9000 Euro bekam er für seinen siebten Platz, Sieger Frank Schuttert nahm 99 000 Euro mit nach Hause. Das sind Summen, die es in Donaueschingen nicht zu gewinnen gibt. Und trotzdem kommt Fuchs mal wieder gerne in den Schlosspark.

Die Global Champions Tour ist für die besten Springreiter der Welt die große Möglichkeit, viel Geld zu verdienen. Allerdings nimmt die Öffentlichkeit die hochdotierte Springserie kaum zur Kenntnis. So sagt auch Fuchs: „Die Stimmung und Atmosphäre werden in Donaueschingen sicherlich besser sein.“ Er freut sich auf seine Auftritte bei den verschiedenen Prüfungen, vor allem auch auf den Großen Preis am Sonntag (11.20 Uhr). Natürlich zählen viele Zuschauer ihn zu den Favoriten, wenn sie alleine auf den Namen und die Erfolge schauen. Allerdings kommt es im Reitsport nicht alleine auf die Künste des Sportlers an. Mindestens genauso wichtig ist das Pferd, mit dem er die Prüfungen angeht. Und da hat Fuchs entschieden, Nachwuchspferde mit nach Donaueschingen zu bringen. Sein bestes Pferd im Stall, Clooney, darf sich in Wängi in der Schweiz erholen. Schließlich muss Clooney im September wieder topfit sein, wenn die Weltreiterspiele in den USA anstehen. Dort will Martin Fuchs brillieren, im besten Fall im Einzel und mit der Schweizer Mannschaft jeweils eine Medaille gewinnen. Die Experten trauen dem 26-Jährigen das auf jeden Fall zu.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich Martin Fuchs in den Top 20 der Welt etabliert. In der Weltrangliste belegt er derzeit Rang 19, damit ist er von allen Startern in Donaueschingen am besten platziert. Eine Sieggarantie aber ist das freilich nicht. In seinem Stall im Thurgau hat Fuchs neun Pferde stehen, die allesamt für Turniere infrage kommen. Gerade für die Ausbildung und das Heranführen an die ganz großen Aufgaben sind solche Turniere wie in Donaueschingen wichtig. Erfahrungen sammeln, ohne den ganz großen Druck zu spüren. Vor allem der Rasenplatz im Donaueschinger Stadion begeistert Fuchs. Von dessen Zustand hat er sich wenige Tage vor Turnierbeginn noch einmal selbst ein Bild gemacht. Bei der letzten Pressekonferenz vor dem heutigen Turnierbeginn war er als Aushängeschild der Veranstaltung dabei. Als einer der größten Stars. Ruhig ist er noch einmal den Platz abgeschritten, hat sich die Aufbauarbeiten angeschaut. Ab heute wird er dann auf dem Pferd sitzen. Mit dem Höhepunkt des Großen Preises am Sonntag. Hier sieht er sich nicht als Favorit. Man ahnt es: Ohne sein Top-Pferd ist auch der beste Reiter deutlich weniger wert.