Willkommen in Liga zwei! Der Hamburger SV eröffnet heute die Saison im Fußball-Unterhaus gegen Holstein Kiel. Ins Volksparkstadion kommen trotz Ferienzeit mehr Zuschauer als bei den meisten Partien der vergangenen Saison in der Bundesliga: 57 000, ausverkauft! Am Samstag startet der andere Erstliga-Absteiger, der 1. FC Köln, beim VfL Bochum und beschert den Westfalen ebenfalls eine proppenvolle Arena. Was uns das sagt? Erstens: Fußball ist einfach Fußball! Und zweitens: Wer seinen Verein liebt, der hält ihm nicht nur nach einem Abstieg die Treue, sondern geht jetzt erst recht hin!

Der SC Freiburg hatte das nach dem bitteren Absturz 2015 erlebt. Die Fans blieben, die Sponsoren blieben, die Lust auf Fußball blieb. Am Ende stand der direkte Wiederaufstieg – weil die verantwortlichen Personen sich dieser Aufgabe von Anfang an voller Respekt gestellt hatten. Der VfB Stuttgart stellte in seinem Zweitliga-Spieljahr von 2016 bis 2017 mit im Schnitt 50 137 Zuschauern pro Spiel einen Europarekord für Zweite Ligen auf. Auch im Schwabenland gelang die schnelle Rückkehr – weil man nach anfänglicher Hochnäsigkeit die Kurve kriegte.

Freiburg und Stuttgart sind gute Beispiele für den Hamburger SV und den 1. FC Köln. Wenn die vorhandene gute Stimmung nicht als selbstverständlich abgebucht und stattdessen diese mit Zielstrebigkeit, Elan und Seriosität aufrechterhalten wird, sind die beiden Absteiger ganz klar die Favoriten auf die Plätze eins und zwei. Und, mal ehrlich: Wer die bestmögliche Bundesliga mag, der hofft, dass es so kommt. Denkzettel, Besserung, Aufstieg und gut so. Doch wenn das zweite Wort nicht mit Leben erfüllt wird, bleibt das dritte ein Fremdwort.