Auf den FC Bayern war immer Verlass. Hat die Bundesliga auf europäischer Bühne auch noch so sehr gelitten, die Münchner waren der Rettungsanker. Das Viertelfinale war immer das Mindeste, meist reichte es zuletzt sogar für das Halbfinale oder gar noch mehr. Nun aber, im ersten Jahr unter Niko Kovac, ist im Achtelfinale Schluss.

Gegen den FC Liverpool ist das keine Schande. Es passt aber in die Reihe der weiteren deutschen Teilnehmer. Borussia Dortmund scheitert an Tottenham, der FC Schalke wird von Manchester City vorgeführt und die Münchner mühen sich vergeblich gegen Jürgen Klopps Mannschaft. Die Bundesliga hat damit alle Achtelfinal-Duelle gegen englische Mannschaften verloren. Das ist zum einen alarmierend, zum anderen aber nicht wirklich überraschend. Irgendwann macht es sich eben bemerkbar, dass die englischen Clubs weit mehr Geld zur Verfügung haben als die meisten ihrer deutschen Konkurrenten.

Der FC Bayern könnte auch finanziell in der obersten Liga mitspielen, hat sich aber bisher gescheut, den Geldbeutel ganz weit aufzumachen. Das wird sich ändern, wie Präsident Uli Hoeneß bereits verkündet hat. Es ist einfach ein Muss, wenn der Königsklassentitel nicht dauerhaft aus dem Blickfeld der Münchner verschwinden soll.

Nun waren die Münchner nicht gänzlich chancenlos gegen den FC Liverpool. Letztlich aber steht das Aus. Und damit kommt unweigerlich der Ruf nach einem Umbruch bei den Münchnern. Ob er ähnlich konsequent und heiß diskutiert sein wird wie bei Bundestrainer Joachim Löw, bleibt abzuwarten. Um namhafte Neuzugänge aber werden die Bayern nicht rumkommen. Und damit auch nicht von Abschieden verdienter Spieler. Leicht wird das nicht – es wird aber nötig sein. Das ist eine Erkenntnis des Achtelfinals.