Ungewohnt war er, der Blick auf die Freiburger Bank. Nicht, dass dort allzu viele neue Gesichter zu sehen gewesen wären. Nein, es fehlte ein entscheidender Protagonist in Christian Streich, der wegen eines kleinen Bandscheibenvorfalls den Trainerposten an seinen Assistenten Lars Voßler abtreten musste. Der setzt in Abstimmung mit seinem verhinderten Chef auf die gleiche Startelf wie beim 5:3 nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal in Cottbus und damit auch auf die Neuzugänge Luca Waldschmidt, Jerome Gondorf und Dominique Heintz.

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Auftaktspiele liegen dem SC Freiburg nicht. Zuletzt gab es an einem ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga einen Sieg vor 17 Jahren – damals ein 3:0 gegen Werder Bremen. Und die Serie schien zu halten. Zwar bestimmten die Breisgauer in der Anfangsphase das Spielgeschehen und erarbeiteten sich zahlreiche Torchancen, doch entweder scheiterten Florian Niederlechner & Co. an sich selbst oder am starken Frankfurter Schlussmann Frederik Rönnow. Die besten Möglichkeiten vergab Nils Petersen, der in der sechsten Minute nach einer Faustabwehr des Gästeschlussmanns Beine, Kopf und Gedanken nicht schnell genug in Einklang brachte, und in der 21. Minute mit einem Kopfball scheiterte.

Torschütze Nicolai Müller (l) und Sebastien Haller (r) bejubeln das 1:0.
Torschütze Nicolai Müller (l) und Sebastien Haller (r) bejubeln das 1:0. | Bild: Patrick Seeger

Während die Freiburger Abschlussschwäche so ein neues Kapitel füllte, zeigte die Eintracht, wie es besser geht. Sébastian Haller hatte per Hacke bereits in der zehnten Minute auf Nicolai Müller abgelegt, der zur Führung einschob. Zuvor und danach war von den Hessen in der Offensive nicht viel zu sehen, lediglich Mijat Gacinovic hatte kurz vor dem Pausenpfiff noch eine nennenswerte Chance.

Der Frankfurter Stürmer Nicolai Mueller (m.) feiert seinen Treffer zum 0:1 gegen Freiburg
Der Frankfurter Stürmer Nicolai Müller (m.) feiert seinen Treffer zum 0:1 gegen Freiburg | Bild: Thomas Kienzle

Frankfurts neuer Trainer Adi Hütter konnte so mit dem Halbzeitstand durchaus zufrieden sein, Lars Voßler hätte sich seine Premiere dagegen sicher anders vorgestellt.

Trainer Adi Hütter von Frankfurt gibt Anweisungen.
Trainer Adi Hütter von Frankfurt gibt Anweisungen. | Bild: Patrick Seeger

Nun, noch standen 45 Minuten aus – und jede Serie endet schließlich irgendwann. Zumindest einen Teilerfolg hätte sie kurz nach Wiederanpfiff auch erzielt, die Freiburger, doch nach starker Vorarbeit von Christian Günter setzte Niederlechner den Ball über den gegnerischen Kasten und wenig später spielte Gondorf bei einem Konter zu spät ab, sodass Niederlechner bei seinem vermeintlichen Treffer im Abseits stand. Als Waldschmidt nach 55. Minute den Ball ein weiteres Mal über das Frankfurter Tor schoss und Petersen es ihm zehn Minuten später gleich tat, da hatte das Freiburger Chancendilemma schon fast tragische Züge angenommen.

Co-Trainer Lars Voßler von Freiburg gestikuliert an der Seitenlinie.
Co-Trainer Lars Voßler von Freiburg gestikuliert an der Seitenlinie. | Bild: Patrick Seeger

Die Entscheidung fiel dann acht Minuten vor Schluss. Frankfurts Schlussmann wollte den Ball ins Aus spielen, um eine Verletzungsbehandlung zu ermöglichen. Tatsächlich schlug er das Spielgerät jedoch lediglich an die Mittellinie, wo ein Freiburger Rönnows Absicht vollendete. Kurz darauf spielten die Gäste nach dem fälligen Einwurf aber weiter, statt wie üblich den Ball an den Gegner zurückzuspielen. Haller vollendete den Angriff zum 2:0 und baute Freiburgs schwarze Serie bei Saisonauftaktspielen damit weiter aus.

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