Dardai, Wosz, Bogarde – prominente Namen, die beim Vier-Nationen-Turnier in Konstanz und Singen auf den Aufstellungsbögen zu lesen waren. Doch nicht nur Joscha Wosz, dessen Onkel Dariusz selbst deutscher Nationalspieler war, oder Marton, Sohn von Hertha-Trainer Pal Dardai sowie Melayro, der Neffe von Winston Bogarde, der einst für Ajax Amsterdam, den FC Barcelona und die holländische Nationalmannschaft die Fußballschuhe schnürte, zeigten den Zuschauern im Bodenseestadion und im Hohentwielstadion ihr Können.

Gute Stimmung bei den Fans

1076 Fans waren es am Freitag in Konstanz und rund 2000 gestern in Singen – darunter auch prominente Gäste wie der Ex-Stürmer von Hannover 96, Dieter Schatzschneider, der nach wie vor den ersten Platz in der ewigen Torschützenliste der 2. Bundesliga belegt. Die Stimmung auf den Rängen war prächtig, zahlreiche Aktionen wurden mit Szenenapplaus gewürdigt. Und das völlig zurecht.

Beim Auftaktspiel am Freitag gegen Holland entwickelte sich im Bodenseestadion ein temporeiches und interessantes Fußballspiel. Beide Mannschaften erspielten sich eine Vielzahl an Torchancen. Für den Trainer der deutschen Mannschaft, Michael Feichtenbeiner, ging die 2:2-Punkteteilung „nach einem sehr guten Spiel“ in Ordnung. Die Treffer für die Niederlande erzielten Brobbey Brian und Bannis Naoufal, während auf deutscher Seite Doppeltorschütze Paul Nebel auf sich aufmerksam machte.

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Das gestrige Spiel gegen die israelische Mannschaft dominierten die deutschen Stars von Morgen nach Belieben. Obwohl Trainer Michael Feichtenbeiner im Vergleich zum Holland-Spiel auf mehreren Positionen rotierte und beispielsweise den 16-jährigen Karim Adeyemi, der diesen Sommer für drei Millionen Euro von Unterhaching zu RB Salzburg wechselte, 90 Minuten auf der Bank ließ, hatte das deutsche Team phasenweise Chancen im Minutentakt.

Der 2:0-Sieg durch Treffer von Lars Kehl vom SC Freiburg und Jannis Lang (Wolfsburg) war hoch verdient. Kein Wunder, dass Co-Trainer Andreas Beck mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden war. „Wir sind gut reingekommen, wollten das israelische Team permanent unter Druck setzen. Aus der Abwehrkette haben wir geduldig aufgebaut und vorne schnell umgeschaltet“. so Beck. „Nach dem 2:0 haben wir es aber leider verpasst, weitere Tore zu machen. Der Gegner stand mit zunehmender Spieldauer immer tiefer und wir haben es nicht mehr konsequent zu Ende gespielt.“

Nach zwei Spielen steht die deutsche Mannschaft nun mit vier Punkten da und hat im morgigen Spiel in Waldshut-Tiengen gegen Italien (14 Uhr) den Turniersieg in eigener Hand. Doch nicht nur sportlich zeigten sich die Funktionäre rundum zufrieden. Teammanager Markus Löw lobte die beiden veranstaltenden Vereine. „Der SC Konstanz-Wollmatingen und der FC Singen 04 haben einen super Job gemacht. Auch die anderen Nationen haben uns bestätigt, dass der Ablauf professionell war“, bilanzierte Löw. „Für uns stimmt das Turnier auf und neben dem Platz. Wir hatten in beiden Spielen über 1000 Zuschauer, das freut uns natürlich.“

Gut möglich, dass Marton Dardai oder Melayro Bongarde ihr Können in naher Zukunft auf einer noch weit größeren Bühne zeigen können – falls sie in die Fußstapfen ihrer Väter oder Onkel treten können.