Frauenpower in Donaueschingen. Um kurz vor 16 Uhr steht fest, dass der Sieg im Großen Preis beim 60. S.D. Fürst Joachim zu Fürstenberg Gedächtnisturnier an eine Frau gehen wird. Lisa Nooren aus den Niederlanden holt sich mit null Fehlern im Stechen und 53,08 Sekunden den bekanntesten Titel des Wochenendes und das Auto als Siegerpreis. Sie hat bei strömendem Regen den Durchblick und die Ruhe behalten. Deutlich zaghafter als zuvor auf ihrem Pferd geht sie die Ehrenrunde mit ihrem neuen Auto an. Recht gemütlich fährt sie über den rutschigen Untergrund. Kein Wunder: Ist das Fahrzeug doch ihr erstes Auto. „Das passt ganz gut, dass ich hier gewonnen habe“, sagt die 19-Jährige.

Ganz gut ist auch der Auftritt mit ihrem Pferd Sabech d’Ha. „Ich habe das Pferd erst seit vier Jahren. Mittlerweile vertrauen wir uns voll und sind ein sehr gutes Team“, sagt die Holländerin. Ein so gutes sogar, um den Titelverteidiger aus dem vergangenen Jahr zu besiegen. Der Ire Cameron Hanley ist im Stechen fast zwei Sekunden langsamer. Betrübt ist er deswegen nicht. „Mein Pferd hat noch kaum Erfahrung. So schnell auf diesem Level zu reiten, ist noch ganz neu“, sagt der Ire. Zumal er davon überzeugt ist, dass „Lisa in der Zukunft eine der besten Reiterinnen sein wird.“ Sagt er und bricht auf zur achtstündigen Heimreise. Mit der Erkenntnis im Gepäck, einen starken zweiten Rang geholt zu haben. „Das gibt mir ein gutes Gefühl für die paar Tage Urlaub mit der Familie“, sagt Hanley. Platz drei beim mit 60 000 Euro dotierten Großen Preis geht an den Franzosen Nicolas Deseuzes. Bester Deutscher ist auf Rang vier Marcel Marschall aus dem baden-württembergischen Altheim.

Auch im Grand-Prix-Special in der Dressur gibt es keinen deutschen Sieg. Die Schwedin Michelle Hagmann zeigt mit 74,843 Prozentpunkten die beste Leistung. Auf Rang zwei folgt Fabienne Lütkemeier aus Paderborn. Sie freut sich mit Fabregaz über 74,098 Punkte. Ihr Westfalen-Wallach ist erst neun Jahre alt und hat ein großes Problem: Er hat Angst vor Regenschirmen. Gerade gestern ist das in Donaueschingen tatsächlich ein sehr ernsthaftes Problem. Am Mittag regnet es heftig. Fabregaz aber behält die Nerven. „Er war unheimlich konzentriert, ich bin sehr glücklich über seine Leistung“, sagt Lütkemeier. Natürlich schleichen sich noch Fehler ein, Lütkemeier aber weiß, dass sie auf dieses Pferd in der Zukunft bauen kann. Das gibt ein gutes Gefühl. Gleiches gilt für Beatrice Buchwald, die Dritte wird. Buchwald arbeitet als Bereiterin auf dem Hof von Isabell Werth. Da ist klar, dass sie auf eine Reihe von sehr guten Pferden zurückgreifen kann.