Der SC Freiburg hat die Erfolgsserie von Andries Jonker beendet. Die Breisgauer gewannen am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga durch einen Treffer von Florian Niederlechner in der 78. Minute 1:0 (0:0) gegen den von Jonker trainierten VfL Wolfsburg. Es war die erste Niederlage für den Coach in seinem fünften Spiel mit den Niedersachsen.



Vor 24 179 Zuschauern war Wolfsburg am Mittwoch lange die gefährlichere Mannschaft und hatte einige Chancen. Auch weil die bemerkenswerte Tor-Serie von Nationalstürmer Mario Gomez riss, liegt der VfL in der Fußball-Bundesliga weiterhin nur einen Punkt vor Relegationsrang 16. Freiburg darf dagegen auf die Europa League hoffen. Der Rückstand des siebtplatzierten SCF auf Rang sechs beträgt nur zwei Zähler. „Das war heute ein enorm wichtiger Sieg“, sagte Torschütze Niederlechner. „Es ist ein geiles Gefühl gegen so eine Mannschaft zu gewinnen.“

Wolfsburgs Abwehrspieler Robin Knoche sagte zur Tabellensituation des VfL: „Es ändert sich nichts, wenn wir keine Punkte holen.“ Er bemängelte die Chancenverwertung seines Teams. „Wir hatten genug Chancen, Freiburg vielleicht eine. Von daher müssen wir uns an die eigene Nase fassen.“

Bei Wolfsburg feierte Philipp Wollscheid nach über einem halben Jahr unfreiwilliger Pause sein Comeback und stand vor 24 179 Zuschauern in der Startelf. Der Innenverteidiger hatte in der 13. Minute nach einer Ecke auch gleich eine gute Kopfballchance, zielte jedoch nicht genau genug. Noch besser war die Gelegenheit für Mario Gomez kurz zuvor: Der Stürmer schoss freistehend aus fünf Metern am Tor vorbei (7.) – in den vergangenen vier Spielen hatte Gomez sechs Treffer erzielt.

Drei Tage nach dem spektakulären 3:3 in Leverkusen mit drei Gomez-Treffern in den letzten Minuten machten die Gastgeber von Beginn an Druck. Dem Team von Coach Andries Jonker war das gestiegene Selbstvertrauen nach zuletzt vier Spielen ohne Niederlage deutlich anzumerken. Riechedly Bazoer hatte mit Distanzschüssen weitere Möglichkeiten für die Wölfe in der Anfangsphase (12./15.).

Die Freiburger, die auf den verletzten Angreifer Maximilian Philipp verzichten mussten, brauchten ein wenig, um ins Spiel zu kommen. In der 21. Minute hatte Florian Niederlechner nach schönem Pass von Vincenzo Grifo die erste Chance für die Gäste. Er verzog jedoch frei vor dem Tor.

Die Breisgauer gestalteten die Partie nun ausgeglichener, wurden mutiger und suchten häufiger den Weg nach vorne. Die besseren Gelegenheiten hatte allerdings weiter der VfL. SCF-Keeper Alexander Schwolow parierte einen Schuss von Vieirinha (29.) sowie einen sehenswerten Versuch per Hacke von Mario Gomez (34.) stark.

Auch nach dem Seitenwechsel war Wolfsburg zunächst die gefährlichere Mannschaft. Robin Knoche köpfte in seinem 100. Bundesligaspiel auf das Tornetz (48.), Vieirinha schoss knapp vorbei (49.). Die Gäste hielten mit viel Kampf dagegen und hatten durch Grifo, der es aus der Ferne probierte, eine kleine Gelegenheit. VfL-Schlussmann Koen Casteels war jedoch auf dem Posten (66.).

Zwölf Minuten vor dem Ende war der Torhüter dann machtlos: Nach schöner Vorarbeit von Nils Petersen schlenzte Niederlechner den Ball von der Strafraumgrenze präzise in die rechte Ecke. „In der zweiten Halbzeit haben wir es ordentlich gemacht und konnten immer wieder Nadelstiche setzen“, sagte Freiburgs Kapitän Julian Schuster.

Wolfsburg probierte nach dem Gegentreffer alles, vergab aber durch Borja Mayoral die beste Ausgleichschance (86.). In der Nachspielzeit gab es Aufregung, nachdem Georg Niedermeier und Mayoral im Strafraum aneinandergeraten waren. Die Wolfsburger forderten einen Elfmeter, doch Schiedsrichter Guido Winkmann ließ weiterspielen.