Ganz entspannt laufen Alfred und Barbara Rießle durch Seefeld. Es ist kurz vor Mittag, als die Eltern von Kombinierer Fabian Rießle durch die Fußgängerzone schlendern. Aus Richtung Bahnhof nähert sich eine Horde Schweden, lautstark und bestens gelaunt.

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Alfred Rießle winkt ihnen mit der Deutschland-Fahne zu. Die Stimmung ist ausgelassen und vor allem friedlich. Genau das schätzen die beiden Schwarzwälder an der Ski-WM. Von den Dopingrazzien wissen sie in diesem Moment noch nichts.

Rießle ist ganz entspannt

Ihr Sohn ist am Donnerstag wieder an der Reihe. Um elf Uhr steht das Springen von der Schanze in Seefeld an, um 15.15 Uhr der Einzelwettkampf. Die nächste Möglichkeit auf eine Medaille. Zwei Tage zuvor sitzt Fabian Rießle ganz entspannt im Garten des deutschen Teamhotels. Die Sonne brennt vom Himmel. „Mensch, ist das schön hier“, sagt der 28-Jährige.

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Mit Gold im Teamsprint hat er seine Medaille bereits. Das macht lockerer, aber nicht leichtsinnig. Rießle weiß, dass auch am Donnerstag wieder alles passen muss, will er vorne mitkämpfen. Er weiß um die Stärken der Konkurrenz. Vor allem von Eric Frenzel, seinem Teamkollegen, der schon zwei Titel in Seefeld geholt hat.

Ein Platz unter den besten sechs wäre gut

Die Schanze in Seefeld sei sehr speziell, sagt Rießle. Die ersten Trainingssprünge waren in Ordnung. Zu euphorisch wird Rießle nicht. „Eine Top-Sechs-Platzierung wäre schön“, sagt er und nippt an seiner Saftschorle. Das Hotel ist extra für die Gäste des Deutschen Skiverbandes (DSV) reserviert, sonst hat während der WM niemand Zutritt. Das soll Ruhe und Konzentration garantieren.

Nur eine kurze Feier

Für Rießle ist das ganz wichtig. Selbst seine Medaille hat er am Sonntag kaum gefeiert. „Der Tag war sehr anstrengend“, sagt er. Früh um sieben ging es los, erst kurz nach 20 Uhr war er zurück im Hotel. Kurz haben die Kombinierer angestoßen, dann ging es schon zurück auf die Zimmer. Fabian Rießle ist mit Manuel Faißt vom SV Baiersbronn untergebracht. Die Konstellation passt, die beiden kennen sich schon lange.

Ringwald will es besser machen

Im Hotel wohnen alle Sportler der drei Disziplinen. Das ermöglicht den Austausch untereinander. Während Rießle draußen vor dem Hotel sitzt, läuft seine Freundin Sandra Ringwald zum Shuttle-Bus. Die Schonacherin muss zur Langlaufstrecke. Über zehn Kilometer klassisch belegt sie nur Rang 27, am Donnerstag will sie das mit der 4x5-km-Staffel besser machen.

Für den SÜDKURIER berichtet Marco Scheinhof von der WM in Seefeld.
Für den SÜDKURIER berichtet Marco Scheinhof von der WM in Seefeld.