Lange Zeit hatte Michael Reschke im Hintergrund gewerkelt. Bei den Bayern, zuvor bei Bayer Leverkusen. Dort hat er mit Weitsicht die Kaderplanung gestaltet. Es waren recht erfolgreiche Zeiten. Beim VfB Stuttgart stand Reschke nun erstmals in vorderster Front. Als Sportvorstand muss er nicht nur gestalterisch wirken, sondern auch sein Tun erklären. Das fällt vor allem bei Misserfolg schwer. Und den hatte Reschke bei den Schwaben überwiegend. Zum einen gelang es ihm nicht, trotz viel Geldes einen erfolgsversprechenden Kader zusammenzustellen. Dann sprach er Trainer Tayfun Korkut zunächst das Vertrauen aus, um ihn Stunden später zu entlassen. Damit stieß er eine Lügendebatte an und verlor viel an Glaubwürdigkeit. Und nun auch seinen Posten als Sportvorstand.

Es zeigt sich einmal mehr, dass nicht für jeden Menschen eine Position in vorderster Front ideal ist. Reschke jedenfalls schien damit überfordert, wenngleich ihm oftmals der Stolz auf seine Position anzumerken war. Bleibt nur die Frage, ob die Reaktion des VfB Stuttgart nicht zu spät kommt. Und ob Markus Weinzierl nun tatsächlich bis zum Saisonende Trainer bleiben darf. In Präsident Wolfgang Dietrich hat er offenbar einen starken Fürsprecher. Aber bei weiteren Niederlagen dürfte auch der von Weinzierl abrücken. Und der VfB hätte die nächste Entlassung.