Fehlenden Ehrgeiz kann man Pep Guardiola nun wahrlich nicht vorwerfen. Der Fußballtrainer aus Spanien ist ein akribischer Arbeiter, manche seiner Spieler könnten gar von seinem Drang nach Perfektionismus genervt sein. Aber Sie wissen ja: Wer etwas werden will, muss viel arbeiten. Pep Guardiola wollte Trainer beim FC Bayern werden. So war es mit den Münchner Verantwortlichen besprochen, ein Vertrag bereits unterschrieben. Vor der Saison 2013/14 war das. Guardiola also war guten Mutes. Mit Eifer machte er sich daran, deutsch zu lernen. Für einen Trainer in der Bundesliga ist das von immensem Vorteil. Guardiola setzte sich in sein schickes Appartement in New York. Direkt am Central Park soll der Spanier gewohnt haben, in einer Gegend, die mit nobel wohl noch etwas untertrieben beschrieben ist. Hier begann Guardiola mit seinen Deutsch-Stunden. Grammatik büffeln, jeden Tag am Morgen. Die Wörter lernen. Eine Aufgabe, die Guardiola beinahe überfordert hätte, wie er nun zugibt. In all seiner Verzweiflung habe er sogar mit dem Gedanken gespielt, in München anzurufen und den Vertrag aufzulösen. Und das, nachdem er sich schon zwei Monate lang mit dem vermaledeiten Deutsch herumgeschlagen hatte. Wie die Fußballfans wissen, hat Pep Guardiola aber natürlich nicht gekniffen. Er hat weiter gepaukt und schließlich das Abenteuer in München gewagt. Bis 2016 blieb er bei den Bayern. Sein Deutsch war alles andere als perfekt, seine Trainerzeit trotzdem erfolgreich. Gut, die Champions League hat er mit den Bayern nicht gewonnen. Dass das aber an den rudimentären Deutschkenntnissen lag, ist wohl nur reine Spekulation.