Perfide, berechnend, unverschämt und vor allem eines: rassistisch. "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben", hat AfD-Vize Alexander Gauland von sich gegeben. Er spricht nicht in der ersten Person, nein, nein, nicht er, sondern ein Teil des Volkes denke so.

Wie immer geht es um Provokation, darum, im Gespräch zu sein, im Gespräch zu bleiben. Kritik, Widerspruch, öffentliche Empörung? Stören nicht, sie sind einkalkuliert. Denn schließlich hat man alles so nicht gesagt, Lügenpresse eben.

Gauland und die AfD tun so, als müssten sie schützen, "was wir von den Vätern ererbt haben". Ausgerechnet die AfD, welche Anmaßung einer Minderheit, die Menschenwürde, Weltoffenheit, Toleranz oder Religionsfreiheit nicht achtet.

Nicht die Leute haben Jérôme Boateng, einen in Berlin geborenen deutschen Christen, beleidigt, sondern er, Alexander Gauland. Wer will einen solchen Menschen zum Nachbarn haben?