Der FC Bayern München und Borussia Dortmund gehören in Europa zu den Sportklubs, die am besten bezahlen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Finanz- und Geschäftsportal „Sporting Intelligence“ seit 2010 jedes Jahr aufs Neue vorlegt. Die Münchner liegen in der neuen europaweiten Gehälterliste auf Platz fünf, der BVB auf Platz 15. Bayer Leverkusen und der FC Schalke 04 bezahlen im Schnitt höhere Gehälter als der VfL Wolfsburg und RB Leipzig.

 

Ein Merkmal der Fußball-Bundesliga ist laut den Verfassern des Reports, dass es einen exorbitant hohen Unterschied gibt zwischen Groß und Klein. Es ist eine Zwei-, wenn nicht Dreiklassengesellschaft, und die Distanzen vergrößern sich. In keiner europäischen Top-Liga ist der Unterschied zwischen der Nummer eins und der Nummer 18 so groß wie in Deutschlands Eliteliga.

Konkret: Mit durchschnittlich fast sieben Millionen Euro pro Spieler zahlt der FC Bayern das Zwanzigfache (!) von dem, was Aufsteiger 1. FC Nürnberg als Schlusslicht der Gehaltsliste jedem Profi gibt (340 000 Euro). Der SC Freiburg belegt wenig überraschend Rang 17, bei den Südbadenern gibt es im Schnitt etwa eine halbe Million Euro im Jahr für jeden Kicker. (siehe Grafik oben).

Finanzen führen zu Ungleichgewicht in der Bundesliga

Zum Vergleich die Premier League: Beim Liga-Krösus Manchester United kassieren die Profispieler im Schnitt das Siebenfache von den Kollegen beim Schlusslicht Cardiff City. Der auffallend große Unterschied zwischen den reichen und weniger gut begüterten Klubs dürfte das ganz große Thema sein, wenn es darum geht, die Millionen aus dem künftigen Bundesliga-Fernsehvertrag gerechter zu verteilen. 

Expertenstimmen, die darauf verweisen, dass eine Liga nur dann spannend sein könne, wenn die finanziellen Voraussetzungen für eine gute Saison ähnlich seien, gibt es mannigfach. Dem halten die Anführer der Liga entgegen, dass eine Verteilung von Geldern nach dem Gießkannenprinzip den Marktgepflogenheiten zuwiderlaufe.

Jeder will sein Stück vom TV-Millionen-Kuchen

So hat denn auf der Hauptversammlung von Borussia Dortmund Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits angekündigt, dass der Personaletat beim BVB weiterhin steigen werde. Dazu ist es erforderlich, dass auch der Umsatz kontinuierlich weiter nach oben geht. Natürlich werden die großen Klubs alles unternehmen, ihren Anteil an den TV-Millionen zu vergrößern. Und wenn sie damit scheitern, gibt es irgendwann doch die zuletzt kontrovers diskutierte Super League?

Marco Reus zeigt die Fäuste: Dortmunds Starkicker gehört zusammen mit den Münchnern Robert Lewandowski, Thomas Müller und Manuel Neuer zu den Topverdienern der Fußball-Bundesliga. Sie alle sollen 15 Millionen Euro im Jahr erhalten.
Marco Reus zeigt die Fäuste: Dortmunds Starkicker gehört zusammen mit den Münchnern Robert Lewandowski, Thomas Müller und Manuel Neuer zu den Topverdienern der Fußball-Bundesliga. Sie alle sollen 15 Millionen Euro im Jahr erhalten. | Bild: imago/Moritz Müller

„Sport Intelligence“ untersucht natürlich nicht nur die Bundesliga und die anderen Topligen des Fußballs. Das Unternehmen recherchiert die Gehaltsstrukturen in allen wichtigen und besonders einkommensrelevanten Sportarten. Das sind in den USA Basketball, American Football, Baseball und Eishockey, weshalb es nicht verwundern kann, dass unter den Top Ten der Vereine weltweit nur (oder auch immerhin) vier Fußballklubs vertreten sind. Tatsächlich aber führt die Fußballsparte des FC Barcelona die Rangliste an! Barça zahlt im Schnitt seinen Spielern 11,8 Millionen Euro im Jahr, was wiederum bedeutet, dass durchschnittlich jeder Kicker im Monat nahezu eine Million erhält.

Hinter dem FC Barcelona kommt mit Real Madrid der zweite spanische Topverein (im Schnitt 9,14 Millionen Euro pro Spieler und Jahr), ehe dann eine Phalanx von sechs US-Basketball-Teams folgt. Die Plätze neun und zehn gehen mit Juventus Turin (7,6 Millionen Euro pro Spieler und Jahr) und Manchester United (7,4) wieder an europäische Fußballklubs. Der FC Bayern liegt auf Rang 15, der SC Freiburg findet sich auf Position 244 wieder.


Diese Sportler haben laut Forbes das größte Einkommen:

<strong>285 Millionen US-Dollar:</strong> Floyd Mayweather steht mal wieder an der Spitze der Gehaltsrangliste des Forbes-Magazins. Der Kampf gegen Conor McGregor spielte allein 550 Millionen Dollar ein.
Bild: Mark J. Terrill


285 Millionen US-Dollar: Floyd Mayweather steht mal wieder an der Spitze der Gehaltsrangliste des Forbes-Magazins. Der Kampf gegen Conor McGregor spielte allein 550 Millionen Dollar ein.

<strong>111 Millionen US-Dollar:</strong> Fußball-Star Lionel Messi kassiert beim FC Barcelona ein Gehalt von etwa 80 Millionen US-Dollar, laut Forbes kommen dazu noch lukrative Werbedeals.
. | Bild: Joan Valls

111 Millionen US-Dollar: Fußball-Star Lionel Messi kassiert beim FC Barcelona ein Gehalt von etwa 80 Millionen US-Dollar, laut Forbes kommen dazu noch lukrative Werbedeals.

<strong>108 Millionen Euro: </strong>Cristiano Ronaldo gehört auch nach seinem Wechsel von Real Madrid zu Juventus Turin zu den bestbezahlten Sportlern. Allein 47 Millionen US-Dollar Werbeeinnahmen.
Bild: Alberto Lingria

108 Millionen Euro: Cristiano Ronaldo gehört auch nach seinem Wechsel von Real Madrid zu Juventus Turin zu den bestbezahlten Sportlern. Allein 47 Millionen US-Dollar Werbeeinnahmen.

<strong>99 Millionen US-Dollar:</strong> Käfigkämpfer Conor McGregor kassierte den Großteil seiner Einnahmen durch den Boxkampf gegen Mayweather 2017, der dieses Jahr verrechnet wurde.
Bild: Marcel Thomas

99 Millionen US-Dollar: Käfigkämpfer Conor McGregor kassierte den Großteil seiner Einnahmen durch den Boxkampf gegen Mayweather 2017, der dieses Jahr verrechnet wurde.

<strong>90 Millionen US-Dollar:</strong> Der dritte Fußballer in den Top 5. Der Brasilianer Neymar bekommt allein 73 Millionen US-Dollar von seinem Club in Paris, dazu kommen weitere Werbeeinnahmen.
Bild: JOHN WALTON

90 Millionen US-Dollar: Der Brasilianer Neymar bekommt alleine 73 Millionen US-Dollar von seinem Club Paris, dazu kommen weitere Werbeeinnahmen.