1. Wird sich das WM-Debakel auf die Bundesliga auswirken? Der WM-Frust saß vor allem bei Manuel Neuer & Co. tief. So wie die DFB-Spitze das Debakel in Russland aufarbeiten muss, müssen auch die deutschen Nationalspieler das Vorrundenaus verarbeiten. Ob in München oder Dortmund – die Enttäuschung soll neue Kräfte freisetzen. „Wenn man ein Turnier mal in den Sand gesetzt hat, dann müssen die Spieler zeigen, dass das nicht die Norm, sondern die Ausnahme war“, sagte Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge. Vor allem Thomas Müller muss nach zuletzt durchwachsenen Leistungen seinen Ruf wiederherstellen.
  2. Wird der Titelkampf spannender als zuletzt? Seit sechs Jahren hält Serientäter FC Bayern die Bundesliga fest im Klammergriff. Vor dem Start der 56. Spielzeit hofft das Fußball-Oberhaus nun auf ein Ende der Münchner Dominanz. Etwas Hoffnung auf Spannung gibt es tatsächlich, schließlich muss sich Niko Kovac als Nachfolger von Jupp Heynckes erst beweisen. Dazu sorgten die Wechselgerüchte um Jérôme Boateng und Robert Lewandowski für Unruhe. Und Borussia Dortmund hat mit dem neuen Trainer Lucien Favre als wohl stärkster Konkurrent den eigenen Kader deutlich verstärkt. Dennoch, der siebte Streich der Bayern ist wohl unumgänglich. Offener ist dagegen der Kampf um die internationalen Startplätze und den Klassenerhalt.
  3. Eine Saison ohne den Hamburger SV und den 1. FC Köln, dafür mit dem 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf. Was kann man den beiden Aufsteigern zutrauen? Tradition ersetzt Tradition. Beide Rückkehrer haben ein emotionales Umfeld, schwer einzuschätzende Mannschaften und eigenwillige Trainer. Michael Köllner (48) gibt seinen Nürnbergern Lektüreempfehlungen und entführt sie auch mal in die Kirche. Friedhelm Funkel (64) ist zwar der Oldie unter den Trainern, den Medizinball hat er aber längst aussortiert. Prognose: Beide Aufsteiger könnten sich trotz der Aufstiegseuphorie im Umfeld ganz schnell am Tabellenende wiederfinden.
  4. Wird der Videobeweis erneut für Ärger und Diskussionen sorgen? Diskussionen sind auch in dieser Saison garantiert. Die Weltmeisterschaft soll aber Anschauungsunterricht geliefert haben, wie sich der Videobeweis besser vermitteln lässt. So sollen die Fans künftig auf den Leinwänden über Entscheidungen des Videobeweises informiert werden. Im Fernsehbild soll zudem künftig eingeblendet werden, warum es eine Überprüfung gibt. Das TV-Signal soll anschließend wie bei der WM in drei Bilder gesplittet werden. Ob das hilft? Doch Zweifel werden in der Liga bleiben.
  5. Mit welcher Entlassung könnte das Trainerkarussell Fahrt aufnehmen? Im vergangenen Jahr erwischte es im September zunächst Andries Jonker in Wolfsburg, wenig später war dann auch die Zeit von Carlo Ancelotti in München vorbei und es begann die angeblich letzte Ära von Jupp Heynckes. Und diese Saison? Wieder Heynckes, wenn es mit Kovac nicht laufen sollte? Humbug! Eher wirft in Leipzig Sportdirektor Ralf Rangnick den Trainer – sich selbst – raus. Obwohl, wenn Rangnicks designierter Nachfolger Julian Nagelsmann in Hoffenheim einen vorzeitigen Abgang machen sollte, könnte genau das passieren. Noch eine Anmerkung: In Sachen Trainerentlassungen sollte man den VfB Stuttgart stets im Blick haben.
  6. Wie viel wurde für neue Spieler ausgegeben? Die Fußball-Bundesliga hat vor der neuen Saison bisher weniger Geld für Transfers ausgegeben als im vergangenen Sommer. Die 18 Clubs investierten bislang 413 Millionen Euro für neue Spieler und damit deutlich weniger als im Rekordjahr 2017 mit 600 Millionen Euro. Dem stehen Verkaufserlöse in Höhe von gut 423 Millionen Euro (Vorjahr: 485 Millionen Euro) entgegen. Mit 73 Millionen Euro führt Borussia Dortmund die Ausgaben-Rangliste an. Dahinter folgt RB Leipzig mit 42 Millionen Euro. Ungewohnt zurückhaltend verhielt sich Krösus FC Bayern München, der mit Blick auf künftige Transferausgaben bisher noch keinen Euro ausgab. Noch ist die Wechselperiode jedoch nicht abgeschlossen. Sie endet am 31. August.
  7. Welche Spieler könnten die Saison prägen? Der Belgier Axel Witsel feierte in Dortmund einen starken Einstand, viele Experten trauen außerdem seinem 18-jährigen BVB-Teamkollegen Jadon Sancho eine große Zukunft zu. Benjamin Pavard ist nach seiner starken Leistung bei der WM für Frankreich auch beim VfB Stuttgart gesetzt. Alassane Pléa soll in Mönchengladbach seine Ablösesumme von 23 Millionen Euro rechtfertigen. Aber: Wer auch immer die Torjägerkanone graviert, darf bereits den Namen „Robert Lewandowski“ üben.
  8. Wo ist Ärger programmiert? Hannover 96 wird erst mal nicht zur Ruhe kommen. Denn Vereinschef Martin Kind pocht weiter auf eine Ausnahmegenehmigung für die 50+1-Regel, die bereits die Liga-Konkurrenten Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim erhalten haben. Kind will als langjähriger Vereinschef die Stimmenmehrheit übernehmen dürfen. Teile der Fans haben dagegen protestiert, Hannovers Trainer André Breitenreiter will den Trubel von der Mannschaft fernhalten.
  9. Was ist dem VfB Stuttgart zuzutrauen? Der Schwabe ist in seiner Emotionalität angeblich ja eher zurückhaltend. Es sei denn, es geht um den Verein für Bewegungsspiele. Nachdem der Kader deutlich verstärkt wurde, fielen beim Mittagsstammtisch zwischen Maultaschensüpple und Dinkelacker-Gebräu bereits wieder die Begriffe „Europa League“, „vorne mitspiele“ oder gar „Champions League“. Im DFB-Pokal folgte prompt das Erstrundenaus, am Stammtisch war plötzlich wieder das Wort „Klassenerhalt“ zu hören.
  10. Und dem SC Freiburg? Die Breisgauer mussten vergangene Saison lange zittern, bis der Klassenerhalt sicher war. Spielerisch ist deutlich Luft nach oben, die abgelaufene Spielzeit war vor allem eine Willensleistung. Anders als vor einem Jahr war in diesem Sommer der personelle Aderlass weniger dramatisch. Freiburg scheint daher besser als zuletzt – aber natürlich kann es wieder nur um den Klassenerhalt gehen.
  11. Es gibt neue technische Hilfsmittel. Welche? Auf den Trainerbänken sind von dieser Saison an technische Hilfsmittel wie zum Beispiel Tablets erlaubt. Die Coaches erhalten nun die Möglichkeit, während der Spiele mit einem Kollegen des Mitarbeiterstabs auf der Tribüne zu sprechen. Jede Mannschaft darf maximal drei Geräte benutzen. Die Mobilgeräte dürfen aber nicht zu Protesten beim Schiedsrichterteam benutzt werden. Ein solcher Verstoß soll der DFL zufolge bestraft werden.
  12. Auf welche Spiele freuen sich die Fans schon jetzt? Da gibt es einige, wengleich die genauen Termine zum Großteil noch gar nicht feststehen. Los geht es am morgigen Freitag um 20.30 Uhr mit dem Duell zwischen Bayern und Hoffenheim (ZDF). Am zweiten Spieltag erwartet dann der VfB Stuttgart den Rekordmeister. Die Schwaben treffen am 16. September auf den SC Freiburg. Schalke gegen Bayern gibt es am 22. September, Dortmund – Bayern am 11. Spieltag. Dann natürlich die Derbys zwischen Schalke und Dortmund am 14. bzw. 31.Spieltag.
  13. Es gibt einen neuen Ball und neue Trikots. Warum? Darum! Muss doch alles vermarktet und verkauft werden. Also: Der Ball ist rund – und das bleibt auch so. Nur der Hersteller ist ein anderer. Die Firma Derbystar stellt künftig das Spielgerät und löst den Konzern Adidas ab. Speziell ausgebildete Näher benötigen etwa bis zu drei Stunden, um aus Blase, 18 Meter langem Faden, 20 Sechsecken und 12 Fünfecken einen fertigen Ball herzustellen. Derbystar war schon einmal 1979/80 bei allen Bundesliga-Begegnungen mit seinem Ball vertreten. Das schönste Trikot tragen angeblich übrigens die Spieler des VfL Wolfsburg. Zumindest behauptet das die Mediadesign Hochschule in Düsseldorf. Der zweite Platz ging an Eintracht Frankfurt, gefolgt vom VfB Stuttgart, der auf bewährtes Rot-Weiß setzt. Über Geschmack lässt sich aber bekanntlich bestens streiten.
Die Bayern sind <br />mit 28 Titeln in <br />der Bundesliga der Rekordmeister und mit 290 000 Mit-gliedern obendrein der größte Sport-<br />verein der Welt.
Die Bayern sind
mit 28 Titeln in
der Bundesliga der Rekordmeister und mit 290 000 Mit-gliedern obendrein der größte Sport-
verein der Welt. | Bild: Südkurier
Der FC Schalke 04 war früher die <br />Betriebsmannschaft einer Zeche in Gelsenkirchen. Seit Bundesligagründung 1963 noch ohne Meistertitel.
Der FC Schalke 04 war früher die
Betriebsmannschaft einer Zeche in Gelsenkirchen. Seit Bundesligagründung 1963 noch ohne Meistertitel. | Bild: Südkurier
2006/07 spielte Hoffenheim noch in der Regionalliga. Mit den Millionen von Mäzen Dietmar Hopp folgte der Durchmarsch in <br />die Bundesliga.
2006/07 spielte Hoffenheim noch in der Regionalliga. Mit den Millionen von Mäzen Dietmar Hopp folgte der Durchmarsch in
die Bundesliga. | Bild: Südkurier
80 000 Fans sorgen bei Heimspielen der Borussen für die imposanteste Kulisse in Deutschland. Laut Experten härtester Bayern-Jäger in dieser Saison.
80 000 Fans sorgen bei Heimspielen der Borussen für die imposanteste Kulisse in Deutschland. Laut Experten härtester Bayern-Jäger in dieser Saison. | Bild: Südkurier
Bayer Leverkusen kam zum Spottnamen Vizekusen, weil der Verein von 1997 bis 2011 in zahlreichen Wettbewerben Zweiter wurde.
Bayer Leverkusen kam zum Spottnamen Vizekusen, weil der Verein von 1997 bis 2011 in zahlreichen Wettbewerben Zweiter wurde. | Bild: Südkurier
Der wohl unbeliebteste Club der Liga: RB Leipzig ist das Fußballprojekt von Dietrich Mateschitz, der mit seinem Energydrink-Patent Milliarden machte.
Der wohl unbeliebteste Club der Liga: RB Leipzig ist das Fußballprojekt von Dietrich Mateschitz, der mit seinem Energydrink-Patent Milliarden machte. | Bild: Südkurier
Der VfB Stuttgart belegt in der ewigen Bundesliga-Tabelle Rang fünf, die Fußballabteilung wurde vergangenes Jahr in eine AG ausgegliedert.
Der VfB Stuttgart belegt in der ewigen Bundesliga-Tabelle Rang fünf, die Fußballabteilung wurde vergangenes Jahr in eine AG ausgegliedert. | Bild: Südkurier
Vergangene Saison gewann der Club mit Trainer Niko Kovac den DFB-Pokal. <br />Seine Nachfolge <br />tritt der Österreicher Adi Hütter an.
Vergangene Saison gewann der Club mit Trainer Niko Kovac den DFB-Pokal.
Seine Nachfolge
tritt der Österreicher Adi Hütter an. | Bild: Südkurier
Borussia Mönchengladbach holte für die Vereinsrekordablösesumme von 23 Millionen Euro den französischen Stürmer Alassane Pléa vom OGC Nizza.
Borussia Mönchengladbach holte für die Vereinsrekordablösesumme von 23 Millionen Euro den französischen Stürmer Alassane Pléa vom OGC Nizza. | Bild: Südkurier
Die Berliner Hertha will seit Jahren raus aus dem ungeliebten Olympiastadion, in der Hauptstadt wird um eine neue Arena gerungen.
Die Berliner Hertha will seit Jahren raus aus dem ungeliebten Olympiastadion, in der Hauptstadt wird um eine neue Arena gerungen. | Bild: Südkurier
Werder Bremen ist nach dem Abstieg des Hamburger SV die neue Nummer eins im Norden.
Werder Bremen ist nach dem Abstieg des Hamburger SV die neue Nummer eins im Norden. | Bild: Südkurier
Der FC Augsburg zählt Jahr für Jahr zu den Wackelkandidaten der Liga, um dann doch souverän die Klasse zu halten.
Der FC Augsburg zählt Jahr für Jahr zu den Wackelkandidaten der Liga, um dann doch souverän die Klasse zu halten. | Bild: Südkurier
Bei Hannover 96 streiten die Fans mit Präsident Martin Kind. Sportliche Heimat des Hegauers Oliver Sorg.
Bei Hannover 96 streiten die Fans mit Präsident Martin Kind. Sportliche Heimat des Hegauers Oliver Sorg. | Bild: Südkurier
Wie der FC Augsburg zählt auch Mainz meist zu den gefährdeten Teams, das sich stets teuer verkauft.
Wie der FC Augsburg zählt auch Mainz meist zu den gefährdeten Teams, das sich stets teuer verkauft. | Bild: Südkurier
Der SC Freiburg hat mit Christian Streich den wohl außergewöhnlichsten Trainer der Liga. Jedes Jahr in der Bundesliga ist ob des geringen Etats eine Leistung.
Der SC Freiburg hat mit Christian Streich den wohl außergewöhnlichsten Trainer der Liga. Jedes Jahr in der Bundesliga ist ob des geringen Etats eine Leistung. | Bild: Südkurier
Der VfL Wolfsburg kann nicht mehr wie früher mit VW-Millionen jonglieren, der Etat sollte aber für einen Mittelfeldplatz reichen.
Der VfL Wolfsburg kann nicht mehr wie früher mit VW-Millionen jonglieren, der Etat sollte aber für einen Mittelfeldplatz reichen. | Bild: Südkurier
Köln nur noch in Liga zwei, dafür hat Nachbar Düsseldorf den Aufstieg geschafft. Der Klassenerhalt ist daher das oberste Ziel.
Köln nur noch in Liga zwei, dafür hat Nachbar Düsseldorf den Aufstieg geschafft. Der Klassenerhalt ist daher das oberste Ziel. | Bild: Südkurier
Acht Mal stieg der 1. FC Nürnberg bereits aus der 1. Bundesliga ab. Jetzt sind die Franken wieder da – und wollen bleiben.
Acht Mal stieg der 1. FC Nürnberg bereits aus der 1. Bundesliga ab. Jetzt sind die Franken wieder da – und wollen bleiben. | Bild: Südkurier

 

Das könnte Sie auch interessieren
Das könnte Sie auch interessieren