Als der angesäuerte Alfred Schreuder sich das Mikrofon zurechtgerückt hat, spricht er plötzlich wie Christian Streich. Zwar mit holländischer Klangfarbe und nicht mit südbadischer, aber was der Coach der TSG 1899 Hoffenheim zur 0:1-Niederlage seiens Teams beim SC Freiburg mitzuteilen hat, hätte vom Inhalt her auch von seinem Freiburger Trainerkollegen stammen können. „Wir haben über 20-mal aufs Tor geschossen, also haben wir ja einiges auch gut gemacht“, beginnt Schreuder sein Kurzreferat, „aber wenn du etwas erreichen willst, musst du mehr tun.“ Mit „etwas erreichen“ meint der 47-Jährige, der aus Barneveld in der niederländischen Provinz Gelderland stammt, ganz konkret einen Sieg im Schwarzwaldstadion. Und „mit mehr tun“ meint er auch nicht nur die Aktivitäten seiner Kicker während der 90 Minuten. „Nein, nicht nur im Spiel, sondern in jedem Training musst du alles geben“, sagt Schreuder, „und es kommt auch darauf an, wie du isst, wie du schläfst, wie professionell du bist.“ Der Hoffenheimer Trainer schließt seine Ausführungen, die ihm zum Frustabbau dienen, mit dem direkten Verweis auf bekannte Freiburger Gepflogenheiten: „Wir üben jetzt einfach.“ Christian Streich hatte sich mal ähnlich, wenn auch kürzer ausgedrückt. Bundesligaalltag in Freiburg? „Übsch, spielsch, übsch wieder, spielsch wieder.“ Und wenn man oft genug gewinne, dürfe man eben ein Jahr mehr Bundesliga spielen.

Das dürfte für die Breisgauer auch diesmal wieder gelten. Auch wenn der Trainer nicht müde wird, auf die hinteren Ränge zu schielen. „Wir haben heute wieder Punkte gutgemacht auf die letzten Drei“, sagt Streich und gibt wenigstens zu: „Es sieht gut aus.“ Von den drei Zählern Abstand zu Rang sechs, sprich zur möglichen Europa-League-Qualifikation, spricht er nicht. Vielleicht ja, weil der Sieg gegen Hoffenheim ein nicht unverdienter, aber doch recht glücklicher war. „Am Ende wäre ein Unentschieden gerechter gewesen“, meint Streich und betont, dass der Erfolg nach den weniger gelungenen Auftritten gegen Paderborn und in Köln „sehr gut für unsere Psyche“ war. Siegtorschütze war Luca Waldschmidt, der in der 40. Minute einen von Stefan Posch an Christian Günter verschuldeten Foulelfmeter souverän verwandelte.

Alfred Schreuder verabschiedet sich dann so: „Ich muss meinen Kollegen beglückwünschen, weil ich liebe ihn einfach.“ Worauf Christian Streich erwidert: „Dankeschön, Alfred. Mir geht‘s auch so.“ Der Alfred und der Christian – zwei Brüder im Geiste.

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