Christian Streich hatte unmittelbar vor Anpfiff dem Sky-Reporter ein bisschen was von der strategischen Marschroute seines Teams verraten. Ganz wichtig sei, dass man kompakt stehe und von Anfang an voll konzentriert zur Sache gehe. Übersetzt bedeutete das, was sich schnell auf dem Rasen zeigte: Die Freiburger Spieler attackierten bei Gelegenheit resolut, standen ansonsten gut organisiert in zwei Viererreihen und warteten auf Konterchancen. Wie sich das der Sportclub-Trainer gedacht hatte, war bereits nach drei Minuten zu erkennen: Ballgewinn, schnelles Umschaltspiel, nach vier Stationen stand rechts Pascal Stenzel frei und konnte unbehelligt flanken, aber Werder-Torhüter Pavlenka war aufmerksam und fing die Kugel vor dem lauernden Nils Petersen ab.

Die Hanseaten hatten so natürlich mehr Ballbesitz, allerdings entwickelten sie null Ideen in der Vorwärtsbewegung. Dann kam die 24. Minute. Es gab Mitte der Gäste-Spielhälfte einen Freistoß für die Freiburger, der schnell auf den sich im Strafraum freilaufenden Marco Terrazzino ausgeführt wurde. Werder-Stürmer Johansson verfolgte den SC-Mittelfeldspieler und legte dabei von hinten Hand an: ein Sturz, ein Pfiff, Elfmeter. Die Bremer beschwerten sich zwar bei Schiedsrichter Robert Hartmann, doch der hatte im Gegensatz zu ihnen nicht gepennt und freie Sicht auf das Foul von Johansson. Petersen verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:0.

Erst nach einer halben Stunde kamen die Gäste erstmals in den Strafraum, doch die Flanke von Kainz boxte Sportclub-Torhüter Alexander Schwolow weg.

Eine echte Torchance war das freilich nicht, und auch die nächste Torannäherung der Werderaner sieben Minuten später war nur eine halbe. Nach einem Eckball von Kainz kam der aufgerückte Verteidiger Moisander an der Ecke des Fünfmeterraums zum Kopfball, doch Schwolow lenkte die Bogenlampe problemlos über die Latte. Die Freiburger kamen nach zwei Freistößen von Christian Günter wesentlich gefährlicher vors Tor. Einmal köpfte Janik Haberer zu schwach, einmal scheiterte Robin Koch mit seinem Aufsetzer an Pavlenka.

Zur zweiten Halbzeit änderte sich an der taktischen Grundausrichtung nichts – außer, dass sich die Freiburger noch etwas weiter zurückzogen. Den bis dahin besten Schuss der Bremer gab nach 50 Minuten Verteidiger Augustinsson ab, doch zischte der Ball rechts am Pfosten vorbei. Die Norddeutschen rannten an, aber sie fanden keine spielerischen Mittel. Eine knifflige Situation gab es nur nach 75 Minuten, als Schwolow eine scharfe Flanke von Kainz nicht festhalten konnte und Kollege Caglar Söyüncü rettend zur Seite springen musste.

Auf beiden Seiten wurde wild gewechselt, aber es änderte sich nicht wirklich etwas. Bremen versuchte anzugreifen, Freiburg verteidigte engmaschig. Allerdings kam das Team von Christian Streich praktisch nicht mehr zu Kontergelegenheiten. Die Frage lautete also: würde das gutgehen bis zum Schlusspfiff?

Dann die 86. Minute. Hoch segelte der Ball in den Freiburger Strafraum, Max Kruse versuchte ihn mit der Brust anzunehmen und erhielt dabei einen leichten Schubser von Christin Günter.
Die Bremer forderten vehement Strafstoß, doch Schiri Hartmanns Pfeife schwieg. Wenig später tat sie das auf der anderen Seite nicht mehr, als Petersen von Beljkovic gefoult wurde – erneut gab es Elfmeter für den SC Freiburg. Das konnte die Entscheidung sein, doch Haberer, der diesmal antrat, setzte den Ball rechts am Kasten vorbei. Weil vier Minuten nachgespielt wurden, hatten die Südbadener in Summe noch sieben Minuten zu überstehen, aber das taten sie ohne größere Probleme.

Der Sieg ist für den SC Freiburg von enormer Bedeutung. Der Abstand auf den Relegationsplatz bleibt trotz des Mainzer Überraschungserfolges in Berlin fünf Punkte, ebenso hoch ist die Distanz zu den geschlagenen Bremern.

 

HSV verliert erneut - Bayern mit Last-Minute-Sieg in Wolfsburg


Der Hamburger SV hat einen weiteren Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga hinnehmen müssen. Die Norddeutschen unterlagen Bayer Leverkusen, das auf den zweiten Rang vorrückte, 1:2 (0:1) und liegen als Tabellenvorletzter weiter sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz. Der FC Bayern München lief gegen den VfL Wolfsburg lange einem Rückstand hinterher, siegte am Ende dank eines Last-Minute-Strafstoßes jedoch 2:1 (0:1). Der 1. FC Köln und Hannover 96 trennten sich 1:1 (1:1).