Nach ihrer über Wochen anhaltenden Abschlussschwäche halfen den Freiburgern vor 24.000 Zuschauern zwei Standardtore und die Entschlossenheit von Günter, der den Ball ins rechte obere Toreck drosch. Gegen die drei Bundesliga-Neulinge hatte der SC zuvor in dieser Saison nur drei von 15 möglichen Punkten geholt. Union musste drei Tage nach dem Pokal-Aus die nächste Niederlage hinnehmen und verlor in der Schlussphase Marvin Friedrich mit Gelb-Rot, hat aber weiter einen klaren Vorsprung von neun Punkten auf den Abstiegs-Relegationsrang.

Eine Woche, nachdem das Spiel von Union gegen Wolfsburg wegen der Schmähungen gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp kurz vor dem Abbruch gestanden hatte, gab es auch diesmal Protestbanner der Fans. „DFB Dietmars Fußball Bund“ stand unter anderem auf einem Banner in der Freiburger Fan-Kurve. „Eure Dialoge mehr Schein als Sein“ hieß es unter anderem aufseiten der Union-Fans. Auslöser des Konflikts zwischen Teilen der Fans und dem DFB ist der Widerruf der Bewährungsstrafe für die Fans von Borussia Dortmund, die ihr Team für zwei Spielzeiten nicht zur TSG Hoffenheim begleiten dürfen.

Auf dem Rasen wurden beide Teams zunächst bei Standardsituationen gefährlich. Nachdem SC-Torjäger Nils Petersen zweimal vergeben hatte, sorgte Sallai per Kopf nach einer Ecke von Jubilar Vincenzo Grifo für die Führung der Gastgeber. Union-Keeper Rafal Gikiewicz, der in seiner Freiburger Zeit zwischen 2016 und 2018 nicht über die Rolle des Ersatzmannes hinausgekommen war, lenkte den Ball mit den Fingern an die Unterkante der Latte. Von da aus sprang er hinter die Linie.

Roland Sallai von Freiburg bejubelt seinen 1:0-Treffer.
Roland Sallai von Freiburg bejubelt seinen 1:0-Treffer. | Bild: Patrick Seeger/dpa

Für Sallai war es der erste Bundesliga-Treffer seit fast eineinhalb Jahren, im November 2018 hatte er beim 1:3 gegen den FSV Mainz 05 getroffen. Vorbereiter Grifo bestritt gegen Union sein 100. Bundesligaspiel. Für die Berliner kam Mittelfeld-Routinier Christian Gentner zu einer guten Möglichkeit, die SC-Torhüter Alexander Schwolow aber parierte (29. Minute).

Ein Notfalleinsatz sorgte in der zweiten Hälfte kurzzeitig für Stille in der Freiburger Kurve. Schon bald aber unterstützen die Fans ihre Elf wieder, per Durchsage kam Entwarnung.

Die Freude über den Zwei-Tore-Vorsprung der Gastgeber hielt nur kurz. Unions Torjäger Andersson blieb bei seinem Kopfballtreffer nach einer Ecke relativ unbedrängt. Freiburgs vermeintliches 3:1 von Sallai zählte aufgrund einer Abseitsposition nicht, der wieder genesene Koch machte dann aber alles klar. Im Hinspiel in Berlin ebenso wie in der zweiten Runde des DFB-Pokals hatten sich die Freiburger gegen Union zuvor in dieser Saison schon geschlagen geben müssen.

Freiburger Fans halten ein Banner mit einem durchgestrichenen DFB-Logo in die Höhe.
Freiburger Fans halten ein Banner mit einem durchgestrichenen DFB-Logo in die Höhe. | Bild: Patrick Seeger/dpa

Mit Schmäh-Plakaten und verbalen Attacken haben viele Fans in der Bundesliga ihre Proteste gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) fortgesetzt. Im Spiel des FC Schalke 04 gegen 1899 Hoffenheim nahmen die Anhänger der Königsblauen am Samstag erneut auch den TSG-Mäzen Dietmar Hopp mit Bannern ins Visier. „Wir entschuldigen uns bei allen Huren, sie mit Herrn Hopp in Verbindung gebracht zu haben“, hieß es auf Spruchbändern der Schalker Fans. Auch in den anderen Stadien gab es Aktionen auf den Rängen, die sich vor allem gegen Kollektivstrafen bei Fan-Vergehen richteten.

DFB-Präsident Fritz Keller musste als Zuschauer bei der Partie des SC Freiburg gegen Union Berlin ein gegen den Verband gerichtetes Banner mit dem Wortlaut „Eure Dialoge mehr Schein als Sein“ lesen. Zudem hieß es auf einem Plakat in Anspielung auf die heftigen Reaktionen auf die Attacken gegen Hopp „DFB Dietmars Fußball-Bund“. Auch die beleidigenden Rufe aus beiden Fanlagern gegen den DFB dürften Keller kaum entgangen sein.

Fans von Freiburg halten ein Banner mit der Aufschrift “Fick Dich DFB„ in die Höhe.
Fans von Freiburg halten ein Banner mit der Aufschrift “Fick Dich DFB„ in die Höhe. | Bild: Patrick Seeger/dpa

(dpa)

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