Tränen vergoss Franck Ribéry noch keine. Der große Fanliebling des FC Bayern München ließ offen, wie es nach mehr als einem Jahrzehnt bei seinem Herzensclub für ihn nach dem Sommer weitergeht. Doch ein Versprechen gab der Gefühlsfußballer schon ab. „Ich komme zu 100 Prozent wieder nach München“, sagte der 36-Jährige, der die Bundesliga verzückte und erstaunte.

„Es gibt ein paar Optionen“

Bei seinem Ex-Club Galatasaray Istanbul ist er im Gespräch, auch Al Sadd in Katar soll Interesse haben. Auch Sydney mit Trainer Markus Babbel schloss Ribéry nicht aus. „Es gibt ein paar Optionen, aber es ist noch zu früh. Es gibt was, das ist sicher“, versicherte Ribéry.

Die Saison 2012/13 war die beste in Ribérys Karriere. Neben dem Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokal holten die Bayern mit 2:1 den Finalsieg in der Champions League über Dortmund.
Die Saison 2012/13 war die beste in Ribérys Karriere. Neben dem Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokal holten die Bayern mit 2:1 den Finalsieg in der Champions League über Dortmund. | Bild: Matthias Hangst/dpa

Der Champions-League-Sieger von 2013 will zuvor mit einem Rekord abtreten. Er will der erste Bundesliga-Star mit neun Meistertiteln sein – vor Kahn, Scholl, Lahm und Schweinsteiger. „Das wäre unglaublich“, sagte er.

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Einmal noch Bundesliga, dazu das Pokalfinale am 25. Mai – dann ist die Ära von „Robbery“ beim Rekordmeister vorbei. Zwölf Jahre Ribéry, zehn Jahre Arjen Robben – die beiden Stars werden unvergessen bleiben. „Sie haben die erfolgreichste Dekade des FC Bayern mit fantastischem Fußball mitgeprägt“, rühmte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Angeblich waren Arjen Robben und Franck Ribéry lange Zeit miteinander verstritten, sportlich sorgte das Duo der Bayern aber für viele Highlights.
Angeblich waren Arjen Robben und Franck Ribéry lange Zeit miteinander verstritten, sportlich sorgte das Duo der Bayern aber für viele Highlights. | Bild: Jan Huebner/dpa

Im nächsten Jahr gibt‘s ein großes Abschiedsspiel. Aber schon wenn der Club am 18. Mai beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt und der erwarteten Meisterfeier Servus sagt, erwartet Trainer Niko Kovac überwältigende „Emotionen“.

Für 24 Millionen nach München gekommen

Als Ribéry im Sommer 2007 für rund 24 Millionen Euro von Olympique Marseille zu den Münchnern kam, erahnten er und Uli Hoeneß nicht die Bedeutung dieses Transfers. „Da dachte er, jetzt mache ich zwei, drei Jahre hier, und dann ruft Real Madrid oder so etwas“, erinnerte sich der Präsident.

Männerfreundschaft: Franck Ribéry und Klubpatriarch Uli Hoeneß verstanden und verstehen sich blendend.
Männerfreundschaft: Franck Ribéry und Klubpatriarch Uli Hoeneß verstanden und verstehen sich blendend. | Bild: Witters Pool/dpa

Die beiden Flügelstars Ribéry und Robben stehen für Hoeneß in einer Reihe wie Beckenbauer, Maier, Schweinsteiger oder Lahm. „Bayern hat wieder einen König“, pries ein Werbeplakat einmal. Ribéry lächelte, als er am Dienstag darauf angesprochen wurde – auf einen direkten Thronfolger legte er sich nicht fest.

Anekdoten abseits des Rasens

Mit dem Wechsel zum FC Bayern erfüllte sich Ribéry „einen Traum“, die Liga bekam Kabinettstückchen und Genussmomente. Und Anekdoten abseits des Rasens. „Ich will immer schöne Sachen für meine Fans machen“, sagte Ribéry. Wenn allerdings etwas nicht wie erhofft lief, konnte sich der Heißsporn wiederholt nicht bremsen.

So gab es auch mal Stress mit Trainern oder nach einer Roten Karte verpasste er das Champions-League-Finale 2010. Das schmerzhafteste Spiel aber sei das verlorene Königsklassenfinale 2012 gegen Chelsea gewesen, sagte Ribéry. „Es gibt so viele Erinnerungen.“ (dpa)