Fußball, Südbadisches Pokal-Finale: FC 08 Villingen – 1. FC Rielasingen-Arlen 3:1 (1:1).

Vor zwei Jahren feierte der 1. FC Rielasingen-Arlen mit dem Pokalsieg – einem 6:1-Erfolg gegen Hausen in Villingen – den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, nachdem zuvor der FC 08 Villingen im Achtelfinale mit 1:0 geschlagen worden war. Danach gab es als „Zugabe“ Borussia Dortmund im DFB-Pokal. Ein Jahr zuvor stand der FC 08 Villingen im südbadischen Finale, zum 14. Mal in seiner Vereinsgeschichte. Mit einem 5:3-Sieg über Oberachern sicherten die Schwarzwälder sich damals den Pokal zum achten Mal – an allen fünf Toren war Nedzad Plavci beteiligt. Der allerdings stand diesmal in den Reihen der Gegner. Und der FC 08 Villingen hatte damals ebenfalls Losglück – Schalke 04 hieß der Gegner im DFB-Pokal.

Hier versucht der Villinger Dragan Ovuka (links) den Rielasinger Torjäger Silvio Battaglia (rechts) bei der Ballannahme zu stören.
Hier versucht der Villinger Dragan Ovuka (links) den Rielasinger Torjäger Silvio Battaglia (rechts) bei der Ballannahme zu stören. | Bild: Fischer, Eugen

 

 

Nervosität zu Beginn

Der Oberligist aus dem Schwarzwald zeigte in der Anfangsphase Nervosität, legte diese jedoch schnell ab, sodass sich ein ausgeglichenes Spiel entwickelte, in dem sich die Villinger aber die besseren Chancen erarbeiteten. So strich ein Schuss von Tobias Weißhaar in der 8. Minute knapp am Rielasinger Tor vorbei. Zehn Minuten später zog Damian Kaminski von der Strafraumgrenze ab, doch sein Schuss ging genau auf Rielasingens Keeper Dennis Klose. Weitere zehn Minuten später konnte Tobias Bertsch gerade noch auf Kosten einer Ecke klären. Diese Ecke trat Kaminski scharf vor das Tor, aber Weißhaar verpasste knapp.

Mendes klärt Plavci-Freistoß

Im Gegenzug ein Freistoß für Rielasingen-Arlen in Strafraumnähe – bei Nedzad Plavci stets eine gefährliche Situation, wie man in Villingen bestens weiß. Der ehemalige Nullachter zirkelte den Ball Richtung langen Winkel, doch der Routinier im Villinger Tor, Christian Mendes, mit 46 Jahren der älteste Akteur auf dem Platz, klärte mit der Faust.

Hier gab es für den Rielasinger Angreifer Mauersberger (23) gegen die beiden Villinger Wehrle (links) und Serpa (rechts) kein Durchkommen.
Hier gab es für den Rielasinger Angreifer Mauersberger (23) gegen die beiden Villinger Wehrle (links) und Serpa (rechts) kein Durchkommen. | Bild: Fischer, Eugen

Villinger Führung durch Haibt

Nun nahm das Spiel Tempo auf. In der 35. Minute zirkelte Kaminski einen Freistoß weit in den Rielasinger Strafraum, Weißhaar beförderte das Leder per Kopf vor das Tor, wo 08-Spielführer Benedikt Haibt unbedrängt aus kurzer Distanz einschieben konnte.

Rielasingen antwortet prompt

Doch der Verbandsligist aus dem Hegau reagierte umgehend auf den Rückstand. Nach einem unnötigen Foul von Gianluca Serpa an Plavci nahe der Eckfahne zirkelte der Gefoulte den Ball in den Strafraum und Thomas Kunz verlängerte per Kopf unhaltbar ins lange Eck – 1:1. Nun hatte der 1. FC Rielasingen-Arlen Vorteile, dennoch ging es mit dem gerechten 1:1 in die Pause.

Villinger fordern Strafstoß

Nach der Halbzeit hatten die Villinger zwar die erste Chance durch Haibt, doch knüpfte der Verbandsligist aus dem Hegau da an, wo er vor der Pause aufgehört hatte. Allerdings hatten die Rielasinger auch mehrfach Glück, denn bei einem Zweikampf von Benjamin Winterhalder mit Benjamin Haibt lag ein Elfmeterpfiff in der Luft, der aber zum Unmut der Villinger ausblieb. Wenig später zeigte Klose gegen den heranstürmenden Kaminski, dass er im Duell Eins-gegen-Eins kaum zu überwinden ist, und eine Minute später verpasste Kaminski eine Serpa-Flanke nur knapp.

Kaminski trifft zum 2:1

Auf der Gegenseite war es wieder Mendes, der einen Villinger Rückstand verhinderte. Einen Kopfball von Battaglia konnte er zwar nur nach vorne abprallen lassen, sodass Christoph Matt nachsetzen konnte, doch dessen platzierten Kopfball lenkte der 08-Keeper um den Pfosten. Nun schien der Verbandsligist das Spiel zunehmend in den Griff zu bekommen, doch dann ein Villinger Konter in der 68. Minute: Den Schuss von Ümüz Sönmez konnte Keeper Klose zwar noch abwehren, aber zu kurz, sodass Kaminski unbedrängt einschieben konnte.

Entscheidung durch Kaminski

Beim 1. FC Rielasingen-Arlen schien nun der Faden gerissen, die Aktionen wurden zunehmend hektisch, den Hegauern lief die Zeit davon. Für echte Gefahr vor dem Villinger Tor konnte der Verbandsligist nicht mehr sorgen. In der Schlussphase zog einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz, Damian Kaminski, eine scharfe Flanke aus spitzem Winkel vor das Tor, und Dennis Klose lenkte das Leder unglücklich ins eigene Gehäuse zum entscheidenden 3:1.

Video: Julian Widmann

Fairer Verlierer

Als fairer Verlierer, der den Blick gleich wieder nach vorne richtet, zeigte sich Rielasingens Trainer Michael Schilling: „Ein verdienter Sieger, das muss man anerkennen. Wenn man im Finale steht, dann will man gewinnen und daher ist man enttäuscht. Aber wir müssen den Kopf jetzt frei bekommen, denn wir wollen dahin, wo Villingen schon spielt, in die Oberliga.“

Wehrle wünscht sich Bayern oder Dortmund

Villingens Daniel Wehrle freute sich über den Pokalsieg. „Die Leistung hat heute über 90 Minuten gestimmt, wir waren die aktivere Mannschaft und hatten die besseren Torchancen. Defensiv sind wir sehr kompakt gestanden und Nedzad Palvci und Silvio Battaglia hatten wir gut im Griff. Jetzt wünsche ich mir Bayern oder Dortmund im DFB-Pokal“, sagte er.

Eher unrühmlich endete die Partie im Rielasinger Block, wo es kurz vor dem Abpfiff Ausschreitungen gab, sodass die Polizei eingreifen musste. Erfreulich hingegen: Während der Siegerehrung räumten Rielasinger Fans den Müll auf, der in ihrem Bereich liegengeblieben war.

Tore: 1:0 (35.) Haibt, 1:1 (39.) Kunz, 2:1 (68.) Kaminski, 3:1 (86.) Eigentor. – SR: Schmidt. – Z: 3085. – FC 08 Villingen: Mendes, Ovuka, Wehrle, Ceylan, Weißhaar, Kaminski (90.+4 Ketterer), Haibt (90.+1 Geng), Yahyaijan (69. Chiurazzi), Serpa, Vochatzer, Sönmez (90. Bak).- Trainer: Maric. – 1. FC Rielasingen-Arlen: Klose, Bertsch, Almeida, Plavci, Winterhalder, Mauersberger, Matt, Kunz, Körner (82. Rasmus), Wellhäuser (63. Kunz), Battaglia (71. S. Stark). – Trainer: Schilling.