Ausreden von Doping-Sündern haben oft einen hohen Unterhaltungswert. Unvergesssen ist in diesem Zusammenhang der ehemalige RadprofiFrank Vandenbroucke, der einst angab, dass das bei ihm gefundene Clenbuterol für seinen asthmakranken Labrador gewesen sei. Oder Sara Erani. Das Tennis-Ass aus Italien erklärte nach einem positiven Test, dass ein Medikament ihrer Mutter wohl beim Kochen in die Tortellini gefallen sei. Erranis Mutter hatte Krebs und musste seitdem das Medikament Femara einnehmen. Das bewahrte sie angeblich stets in einem Regal über der Arbeitsplatte ihrer Küche auf. Hin und wieder aber falle eine Tablette heraus. Wie das halt so ist. Die Inhaltsstoffe könnten also auch in Mamas Essen gelandet sein. Selbstverständlich!

Auch Carl Grove sieht sich eher als Opfer denn als Täter. Wieder geht es ums Essen. Und in seinem Fall sind wir sogar geneigt, seinen Unschuldsbteuerungen trotz eines positiven Tests zu glauben. Denn der passionierte Bahnradsportler war bei seinem Altersweltrekord 90 Jahre alt – Preisgeld und Konkurrenz waren eher bescheiden. In 3:06,129 Minuten gelang ihm als einziger Starter in seiner Altersgruppe (90 bis 94 Jahre) eine Topleistung, die Vandenbrouckes Asthma-Bello mit einem lauten „Wuff“ gewürdigt hätte. Die Anti-Doping-Agentur der USA reagierte entsprechend und erkannte ihm zwar Titel (US-Meister und Weltrekord) ab, verzichtete aber auf eine Sperre. Richtig so, Errani wurde zunächst schließlich auch nur für zwei Monate gesperrt, später wurden es dann zehn. Bei Grove ging die Agentur übrigens tatsächlich davon aus, dass er am Abend vor seiner Rekordfahrt kontaminiertes Fleisch konsumiert habe. Merke: Es braucht gar kein Gold auf dem Steak, dass es einem im Halse stecken bleibt.