Angeblich war die Uhr im Wecker in dieser Nacht einfach stehen geblieben. Zumindest behauptete Vsevolod Michailovitch Bobrov das einige Jahre später in seinen Memoiren, Zeitgenossen aus den 50er-Jahren erzählten aber auch immer wieder gerne andere Versionen, warum der Eishockey-Star damals am 7. Januar 1950 seinen Flug verpasste. Natürlich fehlte dabei eine Variante mit einer durchzechten Wodka-Nacht nicht.

Seine Teamkollegen vom VVS Moskau hoben auf jeden Fall ohne ihren Star ab – und starben wenig später beim Landeversuch nahe Tschelyabinsk, einer Stadt am Ural-Gebirge. 19 Passagiere, davon elf Spieler, fanden den Tod. Als Ursache galt ein Pilotenfehler, allerdings soll auch die Maschine in keinem guten Zustand gewesen sein. Bobrov wurde zum Nationalspieler im Eishockey und Fußball, über das Unglück sprechen durften er und seine Teamkollegen aber nicht. Der Unfall wurde auf Anweisung von ganz oben vertuscht. Bobrov ging später am Alkohol zugrunde.

Noch größer war die Opferzahl nur 2011, als die Mannschaft von Lokomotive Jaroslawl bei einem Flugzeugabsturz durch einen Pilotenfehler verunglückte. Die Eishockeymannschaft war auf dem Weg in die weißrussische Hauptstadt Minsk, wo ihr erstes Meisterschaftsspiel der Saison 2011/12 gegen den HK Dinamo Minsk hätte stattfinden sollen.

An Bord befanden sich 45 Personen: 37 Mitglieder der Eishockeymannschaft Lokomotive Jaroslawl, darunter auch der Deutsche Robert Dietrich, der zuvor für die DEG Metro Stars und die Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey-Liga aktiv war, und acht Besatzungsmitglieder. Nur ein Flugbegleiter überlebte den Absturz schwer verletzt.

 

Der Autor dieses Textes Dirk Salzmann.