Der Ärger über den Videobeweis brachte Mario Gomez auch nichts mehr. Nach dem 1:2 beim SV Sandhausen und gleich drei aufgrund von Abseits aberkannten Toren übte der Stürmer des VfB Stuttgart massive Kritik an der Technik. „Das System, wie es ist, ist einfach scheiße“, monierte der 34-Jährige am Sonntag beim TV-Sender Sky. Er sei froh, dass der größte Teil seiner Karriere vorbei sei „und ich nicht mehr zehn Jahre damit spielen muss“. Zuvor waren die drei Treffer des Ex-Nationalspielers (11./45.+3/71.) mithilfe von Videoreferee Robert Kempter aberkannt worden, weil Gomez jeweils knapp im Abseits gestanden hatte.

„Wir waren schläfrig“

Dafür gebe es halt den Videobeweis, sagte VfB-Trainer Tim Walter. Dass die Schwaben bereits ihre fünfte Niederlage in der 2. Fußball-Bundesliga kassierten, hatte für den Coach andere Gründe. „Wir waren schläfrig“, sagte Walter mit Blick auf die Anfangsphase der Partie. Schon nach wenigen Sekunden hatte Aziz Bouhaddouz den SVS in Führung gebracht. In der 24. Minute legte der Stürmer nach einer weiteren Unaufmerksamkeit in der VfB-Defensive nach. „Wir befinden uns gerade in einer sehr stabilen, selbstbewussten Phase“, sagte Sandhausens Trainer Uwe Koschinat.

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Nach der dritten Auswärtsniederlage in Serie bleibt der VfB Tabellendritter mit drei Punkten Rückstand hinter dem Hamburger SV. Auf Spitzenreiter Arminia Bielefeld fehlen nun sechs Zähler. Der 1. FC Heidenheim auf Platz vier hat wie Erzgebirge Aue drei Punkte Rückstand auf Stuttgart.

Viele Patzer

Der VfB dominierte die Partie zwar erneut über weite Strecken, leistete sich im Spielaufbau aber auch viele Ballverluste – und die nutzten die Gastgeber aus. Schon nach wenigen Sekunden köpfte Kevin Behrens an die Latte, Bouhaddouz staubte ab und schoss aus kurzer Distanz die Führung. Dann pennte der VfB nach einer Ecke, und das nutzte der Torjäger erneut aus.

Im Vergleich zum Derbysieg gegen den Karlsruher SC stand Nathaniel Phillips als einziger Neuling in der Startelf, weil Kapitän Marc Oliver Kempf gesperrt fehlte. Doch trotz der fast gleichen Mannschaft agierte der VfB anders als eine Woche zuvor oft unkonzentriert und verlor Bälle durch Passfehler, wodurch Sandhausen immer wieder Kontergelegenheiten bekam. Die eigenen Chancen durch Gonzalo Castro (32.) oder Santiago Ascacibar (33.) nutzten die Gäste dagegen nicht.

Nur Gomez traf in der ersten Halbzeit – einmal mit links sowie ein weiteres Mal herrlich per Fallrückzieher. Beide Tore wurden aber nachträglich zurecht aberkannt. In der zweiten Hälfte war dann auch vom Routinier nicht mehr viel zu sehen, weil er wie fast alle seiner Teamkollegen abbaute. Allerdings erzielte er noch einen weiteren Abseitstreffer. Wieder überprüfte der Videoreferee die Szene – und wieder wurde das Tor zurecht aberkannt. Erst kurz vor Schluss gab es die Elfmeterentscheidung zu Gunsten des Favoriten. (dpa)