Russland richtet in wenigen Tagen zum ersten Mal eine Fußball-Weltmeisterschaft aus. Die elf Spielorte im westlichen Teil des Landes trennen von West (Kaliningrad) nach Ost (Jekaterinburg) immer noch vier Zeitzonen sowie von Nord (St. Petersburg) nach Süd (Sotschi) mehr als 4000 Kilometer.

Wichtigster Schauplatz ist die Hauptstadt Moskau, wo in zwei Stadien Spiele stattfinden. Prachtstück der mehrheitlich neu gebauten Spielstätten ist das Luschniki-Stadion, in dem bereits Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen 1980 stattfanden und das eigens für die WM aufwendig umgebaut wurde.

Sitztribünen, die aus dem Stadion ragen

Architektonisch sind einige Highlights entstanden, aber auch das vielleicht ungewöhnlichste Stadion, das jeweils für Titelkämpfe infrage kam. Aus dem Zentralstadion in Jekaterinburg ragen auf zwei Seiten Zusatztribünen weit aus dem Stadion heraus. Es wird das erste WM-Stadion sein, in dem Zuschauer auch von außerhalb des eigentlichen Bauwerks (mehr oder weniger) gute Sicht auf das Spielgeschehen haben werden.

Für negative Schlagzeilen sorgte der Bau der Arena in St. Petersburg. 673 Millionen Euro hat das Stadion offiziell gekostet. Tatsächlich dürfte die Summe weitaus höher liegen, je nach Umrechnungskurs und je nachdem, was von den neuen Anlagen und Metrostationen nahe der Arena noch eingerechnet wird. Die Anti-Korruptions-Stiftung des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny spricht von mehr als 750, Transparency International von über 800 Millionen Euro, andere Quellen gar von 930 Millionen Euro. 

Luschniki-Stadion in Moskau 

Luschniki-Stadion in Moskau
Luschniki-Stadion in Moskau | Bild: Kyodo/ dpa

Info: Das Herz der WM. Einst Schauplatz der Olympischen Spiele 1980. In der für 350 Millionen Euro modernisierten Betonschüssel eröffnet die Sbornaja am 14. Juni gegen Saudi-Arabien das Turnier , am 15. Juli wird dort der neue Weltmeister gekürt. Deutschland spielt hier am 17. Juni in der Vorrunde gegen Mexiko.

Kosten: 445 Millionen Euro (Umbau)

Kapazität: 80 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale, ein Halbfinale, Finale

 

Die Fischt-Arena in Sotschi

Die Fischt-Arena in Sotschi
Die Fischt-Arena in Sotschi | Bild: Marius Becker (dpa)

Info: Das Olympiastadion wurde zu einer Fußball-Arena umgebaut. Mit Blick aufs Schwarze Meer war die Fisht-Arena mit dem Flügeldach Hauptspielort der DFB-Elf beim Confed Cup. Deutschland spielt hier am 23. Juni gegen Schweden.

Kosten: 650 Millionen Euro 2013, Umbau für WM weitere 50 Millionen Euro

Kapazität: 48 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale, ein Viertelfinale

 

Das Spartak-Stadion in Moskau 

Das Spartak-Stadion in Moskau
Das Spartak-Stadion in Moskau | Bild: Marcus Brandt (dpa)

Info: Die Arena auf einem ehemaligen Flugfeld wurde schon für den Confed Cup neu gebaut. Moskaus populärster Club Spartak spielt hier seine Heimspiele. Am Eingang steht eine riesige Spartakus-Statue.

Kosten: 400 Millionen Euro (Neubau)

Kapazität: 45 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele und ein Achtelfinale

 

Die Kosmos-Arena in Samara

Die Kosmos-Arena in Samara
Die Kosmos-Arena in Samara | Bild: Marius Becker (dpa)

Info: Die künftige Heimstätte des Zweitligisten Kirelia Sowetow sieht aus wie eine Schildkröte. Für das futuristisch anmutende Stadion wurden über 13 000 Tonnen Metall verbraucht.

Kosten: 300 Millionen Euro (Neubau)

Kapazität: 45 000 Zuschauer WM-Spiele: Vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale, ein Viertelfinale

 

Das Krestowski-Stadion in St. Petersburg

Das Krestowski-Stadion in St. Petersburg
Das Krestowski-Stadion in St. Petersburg | Bild: Christian Charisius (dpa)

Info: Eine Skandal-Arena. Die Baukosten liegen angeblich bei fast einer Milliarde Euro. Ein Politiker wurde wegen Korruption verurteilt. Der Einsatz nordkoreanischer Arbeiter empörte. Die Arena verfügt über ein schließbares Dach und ein ausfahrbares Spielfeld.

Kosten: 930 Millionen Euro (Neubau)

Kapazität: 67 000 Zuschauer

WM-Spiel: Vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale, ein Halbfinale, Spiel um Platz 3

 

Die Arena in Kasan

Die Arena in Kasan
Die Arena in Kasan | Bild: Marius Becker (dpa)

Info: Das Stadion, welches in Form einer Seerose gestaltet ist, wurde aus fünf Millionen Ziegelsteinen errichtet – mehr als zweimal so viele wie für die Große Pyramide von Gizeh verwendet wurden. Die neue Multifunktionsarena wurde beim Confed Cup erfolgreich getestet. Deutschland spielte hier gegen Chile (1:1). Heimspiel-Ort von Rubin Kasan. Bei der WM spielt Deutschland hier am 27. Juni gegen Südkorea.

Kosten: 465 Millionen Euro (Neubau)

Kapazität: 45 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale, ein Viertelfinale

 

Das Nischni Nowgorod-Stadion

Das Nischni Nowgorod-Stadion
Das Nischni Nowgorod-Stadion | Bild: Marius Becker (dpa)

Info: Am Zusammenfluss von Wolga und Oka wurde der futuristische Neubau errichtet, der Wasser und Wind symbolisiert. Einen Topclub für die Nutzung nach der WM gibt es nicht.

Kosten: 270 Millionen Euro (Neubau)

Kapazität: 45 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale, ein Viertelfinale 

 

Das Stadion in Rostow

Das Stadion in Rostow
Das Stadion in Rostow | Bild: Uncredited (AP)/ dpa

Info: Direkt am Ufer des Don liegt die neue Arena. Das Dach des Neubaus soll den Flusslauf symbolisieren. Nach der WM spielt hier FK Rostow, der in der Champions League schon die Bayern schlagen konnte.

Kosten: 290 Millionen Euro (Neubau)

Kapazität: 45 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale

 

Mordovia Arena in Saransk 

Mordovia Arena in Saransk
Mordovia Arena in Saransk | Bild: Julia Chestnova (AP)/ dpa

Info: Am Stadtrand wurde der Neubau 2010 gestartet, zum 1000-jährigen Jubiläum der Vereinigung von mordwinischer und russischer Bevölkerung. Nach der WM gibt es einen Rückbau für Tennis und Volleyballfelder.

Kosten: 210 Millionen Euro (Neubau)

Kapazität: 44 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele

 

Das Zentralstadion in Jekaterinenburg

Das Zentralstadion in Jekaterinenburg
Das Zentralstadion in Jekaterinenburg | Bild: Emile Alain Ducke (dpa)

Info: Rund um die neo-klassizistische Fassade der alten Arena wurde das neue Stadion gebaut. Markant sind die Hinter-Tor-Tribünen, die aus dem Rund herausragen und nach der WM abgebaut werden.

Kosten: unbekannt (Umbau 2006 – 2010)

Kapazität: 35 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele

 

Das Stadion in Wolgograd

Das Stadion in Wolgograd
Das Stadion in Wolgograd | Bild: Uncredited (AP)/ dpa

Info: Ein emotionaler WM-Spielort. Am Ufer der Wolga entstand die neue Arena vor der Kulisse des Kriegsmahnmals „Mutter Heimat ruft“. Beim Bau wurden Gebeine von Soldaten der Schlacht im 2. Weltkrieg gefunden.

Kosten: 330 Millionen Euro (Neubau)

Kapazität: 45 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele

 

Das Stadion in Kaliningrad

Das Stadion in Kaliningrad
Das Stadion in Kaliningrad | Bild: Marius Becker (dpa)

Info: Der Neubau auf der Oktjabrski Insel machte lange Probleme. Er ist auf Sand gebaut. Die Gegend um die Arena soll nach der WM mit Wohnkomplexen und Einkaufszentren urbanisiert werden. Einen Fußball-Topclub gibt es nicht.

Kosten: 354 Millionen Euro (Neubau)

Kapazität: 35 000 Zuschauer

WM-Spiele: Vier Gruppenspiele