Versagt. Auf ganzer Linie. Kein Pech, sondern Unvermögen. 0:2 gegen Südkorea und damit Gruppenletzter: Deutschland ist krachend bei der Weltmeisterschaft gescheitert. Der Titelverteidiger, der so gerne wieder den Gipfel erklommen hätte. Dass dieses Missgeschick schon vielen Weltmeistern zuvor passiert ist, schmälert die Enttäuschung nicht.

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Joachim Löws Mannschaft hat bei diesem Turnier in Russland von Beginn an versäumt, mit leidenschaftlichem Fußball für Euphorie zu sorgen. Der knappe Sieg gegen Schweden war als Hoffnungsschimmer gewertet worden. Das Spiel gegen Südkorea hat alle eines Besseren belehrt. Kein Einsatz, keine Lauffreude, kein funktionierendes Zusammenspiel – es krankte von hinten bis vorne. Selbst Manuel Neuer wirkte unsicher.

Löws Arbeit war lange von Erfolg gezeichnet 

Nun ist es ein leichtes, nach einem neuen Trainer zu rufen. Das Ende der Amtszeit von Joachim Löw zu fordern. Der Bundestrainer hat kurz vor dem Turnier seinen Vertrag verlängert, die DFB-Verantwortlichen gehen davon aus, dass ihn Löw erfüllt und damit die Aufgabe eines Umbruchs annimmt. Seine Arbeit war viele Jahre von Erfolg gezeichnet. 

In Russland aber konnte er seinem Team weder die Angst vor dem Scheitern nehmen noch den nötigen Esprit vermitteln. Er hat viel versucht, etablierte Akteure auf der Bank gelassen, nur um am Ende zugeben zu müssen, dass die Mannschaft verdient gescheitert ist. Das ehrt ihn.

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Auf seine Erfolge und Verdienste aus der Vergangenheit kann er aber nun nicht mehr bauen, die sind für die Gestaltung der Zukunft nicht maßgebend. Die Niederlage gegen Südkorea ist mehr als ein verlorenes Fußballspiel. Sie hat die Arbeit vieler Jahre zunichte gemacht, das historische Scheitern muss Konsequenzen haben. Es kann sein, dass Löw bald sein Amtsende verkündet. Überraschen sollte das keinen.

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