Pass Grifo, Pass Höler, Vorlage Petersen, Schuss Haberer – Tor! Flanke Grifo, Ablage Gondorf, Abstauber Niederlechner – Tor! Beim 2:2 des SC Freiburg in Stuttgart war der aus Hoffenheim auf Leihbasis zum Sportclub zurückgekehrte Vincenzo Grifo an beiden Toren der Südbadener beteiligt. Der Plan ist schon mal so aufgegangen, wie Spieler und Verein es sich erhofft haben. Der 25-jährige Grifo gehört wie selbstverständlich zur Startelf und auch zu den Leistungsträgern. Heute (15.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg wird sich der von Trainer Christian Streich auf gut badisch „Vintsche“ gerufene Grifo wieder in den Dienst seiner neuen, alten Mannschaft stellen. Ziel ist der erste Rückrundensieg.

„Wenn ich auf dem Platz stehe, ackere für die Mannschaft“, sagte der 25-Jährige, der beim 2:2 in Stuttgart 13 Kilometer gelaufen ist und zwei Wochen zuvor beim 1:3 in Frankfurt nur knapp unter diesem Wert geblieben war. Grifo hat sich dafür entschieden, mit dem SC Freiburg um den Klassenerhalt zu kämpfen und nicht mit Hoffenheim um internationale Plätze. Im Kraichgau hat sich Grifo zwar in den Kreis der italienischen Nationalelf gespielt – und am 20. November beim 1:0 gegen die USA auch die ersten 45 Minuten im Trikot der Squadra Azzurra absolviert („ein Kindheitstraum“). Den Durchbruch hat er unter Trainer Julian Nagelsmann aber nicht geschafft. Um weiter im Blickfeld von Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini zu bleiben, braucht Grifo Einsätze. Also hat er sich mit seinem Verein auf eine Ausleihe verständigt – und nur ein Klub kam für ihn infrage. „Er wollte unbedingt zu uns kommen, das ist toll“, berichtet SC-Trainer Christian Streich, der vom „Vintsche“ überzeugt ist: „Er geht voraus und zerreißt sich, das habe ich gewusst.“

Als Grifo Anfang Januar wieder auf den Trainingsplatz am Schwarzwald-Stadion lief, war das ein bisschen wie die Rückkehr des verlorenen Sohnes. Schon von 2015 bis 2017 hat er 61 Spiele für den SCF absolviert und dabei 20 (!) Tore erzielt. „Es hat sich gleich wieder gut angefühlt“, sagt Grifo. „Er hat in Stuttgart und Frankfurt gut gespielt, aber auch Fehler gemacht, die wir kennen“, erklärt der Trainer. Defizite beim Deutsch-Italiener sieht Streich in der Arbeit gegen den Ball. Da soll ihm die zweite Zeit beim Sportclub auf die Sprünge helfen. Grifo sei lernwillig, sagt Streich: „Er will, dass man mit ihm hart arbeitet.“ Das werden sie gerne tun in Freiburg. Auch wenn sie wissen, dass aus der momentanen Win-Win-Situation keine dauerhafte Sache werden wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass Grifo nach Ende der Ausleihe zu 1899 Hoffenheim zurückgeht, ist groß. Dort wird dann ein neuer Tainer das Sagen haben – und das bedeutet auch: eine neue Chance bei einem Klub mit internationalen Ambitionen.