Die blonde Russin war Ender der 90er-Jahre der Star der Szene, obwohl andere die Bälle präziser und härter spielten. Aber keine Spielerin – so die einhellige Meinung zumindest in der Männerwelt – sah besser aus als Kurnikowa mit ihren blonden Zöpfchen und dem Lolita-Image.

3,6 Millionen erhielt sie bis zu ihrem Rücktritt 2003 an Tennis-Prämien, ihre Werbeeinnahmen in dieser Zeit sollen zwanzig Mal so hoch gewesen sein. Erfolg trotz wenig Erfolg? Im Poker wird eine Eröffnungshand mit Ass und König bis heute „Kurnikowa“ genannt. Begründung: „Sieht gut aus, gewinnt aber selten.“

Andererseits gehörte ihr Name eine Zeit lang zu den am häufigsten eingegebenen Suchbegriffen bei Internet-Suchmaschinen, es gab sogar einen Computervirus mit dem Namen AnnaKournikova.jpg.vbs, der seinen Schaden anrichten konnte, weil viele Email-Empfänger den Anhang in der Hoffnung auf intime Bilder der Russin öffneten.

Seit 2001 ist sie übrigens mit Sänger Enrique Iglesias liiert, abgeschottet wohnt das Paar in einer 26-Millionen-Dollar-Villa in Miami mit Riesenpool, Tennis- und Basketball-Platz. Das Haus ist von Paparazzi nicht einsehbar und liegt direkt am Meer. Die Nachricht, dass das Paar vergangenes Jahr Zwillinge bekam, überraschte daher selbst die bunten Blätter.

Ob der Rummel um ihre Person sie nun gestört hat oder nicht? Kurnikowa spielt und spielte auf jeden Fall eifrig mit beim Kohlemachen. Auf einer Pressekonferenz in Wimbledon, die von ihrem BH-Hersteller gesponsert war, fragte sie jemand beispielsweise einst nach ihrer angeblichen Verlobung. „Mein Privatleben ist Privatsache“, gab Kournikova barsch zurück. Und ohne zu zögern fügte sie an: „Ich bin hier, um über meinen BH zu sprechen.“

 

Der Autor dieses Textes Dirk Salzmann.