Erst einmal ein Erinnerungsfoto. Das muss sein. Peter Schlickenrieder sammelt seine Läuferinnen ein. Platz vier in der Langlaufstaffel von Seefeld, das ist aller Ehren wert. Sandra Ringwald, Victoria Carl, Katharina Hennig und Laura Gimmler strahlen in die Kamera. Platz vier hinter Schweden, Norwegen und Russland, das ist eine Überraschung. Und beinahe wäre es sogar eine Medaille geworden.

Gimmler stürzt

Zwischenzeitlich liegt das deutsche Team auf Rang drei, Medaillenträume blühen in der Sonne Tirols. Sandra Ringwald, die Schonacherin, aber muss gegen Anna Netschajewskaja hart kämpfen. Nach einem Vorsprung gibt sie Schlussläuferin Gimmler zwei Sekunden Rückstand mit auf die Strecke. Als Gimmler auch noch stürzt, ist der Traum vorbei.

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Lob vom Bundestrainer

"Die Mädels haben das trotzdem super gemacht", sagt Bundestrainer Schlickenrieder. "Das macht Hoffnung auf mehr", meint Gimmler und fügt an: "Vielleicht schnupfen wir sie in zwei Jahren." 2021 findet die WM in Oberstdorf statt.

Müdigkeit ist verschwunden

Ringwald fühlt sich an diesem Tag gut. Vor zwei Tagen beim Klassiker über zehn Kilometer hatte 28-Jährige noch körperliche Probleme. Müde war sie und mit Platz 27 letztlich überhaupt nicht zufrieden. Am Donnerstag ist davon nichts mehr zu spüren. "Ich bin superstolz auf unser Team und freue mich auf die nächsten Jahre. Da können wir sicherlich noch einiges raushauen", sagt sie. Der deutsche Langlauf befindet sich derzeit im Aufbau, nachdem die vergangenen Jahre einige Enttäuschungen gebracht hatten. Allen voran vor einem Jahr bei Olympia in Südkorea.

Schneller Start

Ringwald war ihre Runde schnell angegangen. Wie man es von ihr gewohnt ist. Vielleicht zu schnell? "Sandra wollte unbedingt. Sie dürfte gemerkt haben, dass sie in ihrer ersten Runde über dem Limit war", sagt Schlickenrieder. Das wirkt sich aus, plötzlich liegt sie gegen Netschajewskaja im Hintertreffen, auch wenn der Abstand knapp ist.

Keine Wehmut zu spüren

Gimmler muss letztlich einsehen, dass als Schlussläuferin nichts zu holen ist. Erst recht nicht nach ihrem Sturz. "Ich bin schneller gelaufen als ich konnte", sagt sie und lacht. "Wir sind sicherlich nicht wehmütig, sondern freuen uns über Platz vier", meint Ringwald.

Rießle ist erbost

Viel Grund zur Freude hat ihr Lebensgefährte Fabian Rießle am Donnerstag nicht. Beim Wettkampf von der Normalschanze und über zehn Kilometer wird er 17. Eine Enttäuschung. Da widerspricht er zwar, sein Frust aber ist zu spüren. Auf die Frage, was auf der Strecke los gewesen sei, antwortet er entrüstet: "Was soll die blöde Frage?"

Schwierige Bedingungen

Es sei doch zu sehen gewesen, dass die Bedingungen schwierig gewesen seien. Und der sulzige Schnee liege ihm obendrein nicht. Den Titel holt der Norweger Jarl Magnus Riiber vor Österreichs Bernhard Gruber und Japans Akito Watabe. Bester Deutscher wird Johannes Rydzek auf Rang acht, Großschanzenweltmeister Eric Frenzel enttäuscht mit Rang 16. Damit ist die deutsche Überlegenheit bei Großereignissen beendet. Am Samstag besteht im Teamwettkampf die Chance auf Wiedergutmachung.

Schlechte Sprünge

"Heute hat es einfach nicht gereicht", sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch. Schon nach dem Springen ist der Rückstand seiner Athleten groß. "Wir haben nicht unsere besten Sprünge gezeigt", sagt Weinbuch.

Für den SÜDKURIER berichtet Marco Scheinhof von der WM in Seefeld.
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