Sie haben Geschichte geschrieben. Katharina Althaus weiß das sofort. Als sie um kurz vor 18 Uhr bei 99,5 Metern landet, reißt sie sofort die Arme nach oben. Natürlich muss die deutsche Skispringerin noch kurz warten, bis die Ergebnislisten Gewissheit bringen. Als das aber soweit ist, stürmen Juliane Seyfarth, Carina Vogt und Ramona Straub auf sie zu und schmeißen sie in den Schnee.

Als der Sieg feststeht, wird Katharina Althaus von ihren Kolleginnen umgerannt.
Als der Sieg feststeht, wird Katharina Althaus von ihren Kolleginnen umgerannt. | Bild: Hendrik Schmidt, dpa

Gold für Deutschland im Teamwettbewerb der Skispringerinnen. Damit sind es die deutschen Frauen, die sich als erste Weltmeisterinnen nennen können. In der Geschichte des Frauenskispringes fand dieser Wettkampf erstmals statt. Erst vor vier Wochen war der Wettbewerb ins Programm aufgenommen worden.

Es wird noch einmal spannend

Die deutschen Frauen haben zwischenzeitlich hoch geführt, dann wieder zittern müssen, ehe der Erfolg feststeht. Österreich wird Zweiter vor Norwegen. Ramona Straub vom SC Langenordnach gelingt ein beeindruckender Wettbewerb. 106 und 100 Meter stehen für die Schwarzwälderin, das nötigt Respekt ab. Ihr gelingt die Höchstpunktzahl des Wettbewerbs vor der Norwegerin Maren Lundby. Perfekte Aussichten für das Einzelspringen am Mittwoch (16.15/ZDF).

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Ramona Straub war die beste Springerin des Tages.
Ramona Straub war die beste Springerin des Tages. | Bild: Hendrik Schmidt, dpa

"Ich hatte von Anfang an ein Supergefühl auf dieser Schanze. Ich wusste schnell, dass es einfach gehen muss, weil auch schlechte Sprünge irgendwie funktioniert haben", sagt sie. Ein Problem aber hat sie. "Ich hasse Teamspringen, weil sie so spannend sind", sagt sie und lacht. Später wird sie noch einmal gefragt, ob sich ihr Verhältnis zum Teamspringen nun verändert habe durch diesen Erfolg. "Ich hasse sie immer noch", sagt sie und lacht wieder, "es ist einfach unglaublich, hier dabei sein zu dürfen." Es sind ganz besondere Momente.

Auf Althaus kommt es an

Katharina Althaus hat die schwerste Last zu tragen. Als letzte Springerin des Wettbewerbs sitzt sie oben auf der Schanze. Die Dunkelheit legt sich über Seefeld. Der Wind nimmt zu. Althaus hört den Jubel der Zuschauer. Sie weiß, Österreich muss dem deutschen Team noch einmal recht nahe gekommen sein. "Ich war brutal nervös da oben", gesteht die Allgäuerin. Wer aber schon Silber bei Olympischen Spielen gewonnen hat, kommt auch bei einer WM mit einer solchen Situation zurecht.

Konzentration pur

Ganz konzentriert bringt sie ihren Sprung zu Ende. Althaus sieht die grüne Linie, die sie überspringen muss. Als ihr das gelingt, kennt die Freude keine Grenzen mehr. "Wir sind so froh, dass wir das geschafft haben", sagt sie. Das deutsche Team war klarer Favorit. "Aber trotzdem müssen wir erst einmal alle Sprünge sauber runterbringen", sagt Althaus.

Die fünfte Goldmedaille

„Wir sind für die Premieren geboren“, meint Trainer Andres Bauer. Carina Vogt sagt: „Es war ein besonderer Tag für uns alle, für die ganze Sportart.“ Und auch für das deutsche WM-Team. Die Skispringerinnen holen die bereits fünfte DSV-Goldmedaille bei dieser WM. Fortsetzung definitiv nicht ausgeschlossen.