Welche Partie eignet sich besser für die Wende als ein Derby? Jene Spiele also, die noch etwas mehr Emotionen bringen als die übrigen Partien. Die Schwenninger Wild Wings waren am Freitagabend in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in Mannheim zu Gast. Das Schlusslicht beim Tabellenzweiten. Klare Vorzeichen also. Oder auch nicht? Schließlich war Derbyzeit. Und die hätten die Schwenninger gerne zu einem Erfolgserlebnis genutzt. Versucht haben sie es. Die Leistung war gut. Letztlich aber nicht gut genug. Mit 1:3 (1:2, 0:1, 0:0) verloren sie vor 10 237 Zuschauern.

Viele Chancen vergeben

Die Mannheimer verfügen über viel individuelle Klasse. Das war an diesem Abend der Unterschied. Die Schwenninger kombinierten gut, bestimmten zeitweise das Spiel, scheiterten aber reihenweise vor dem Tor. Die Adler machten das trotz einer starken Leistung von Wild-Wings-Torwart Dustin Strahlmeier besser. Bereits in der 5. Minute traf Benjamin Smith zum 1:0 für die Gastgeber. Die Schwenninger waren gerade wieder vollzählig nach einer Strafzeit, als der Puck im Tor lag. Doch die Gäste anworteten prompt. In der 7. Minute nutzte Mirko Sacher eine Überzahl zum 1:1-Ausgleich. Die rund 150 mitgereisten Schwenninger Fans durften weiter von einer Überraschung träumen. Es dauerte allerdings nicht lange, da sorgte Matthias Plachta mit dem 2:1 für Mannheim (13.) wieder für etwas Ernüchterung bei den Gästen. Vor allem in den Schlussminuten des ersten Drittels gaben die Adler mächtig Gas, sodass die Wild Wings froh sein mussten, dass kein weiterer Gegentreffer mehr fiel.

Mannheim spielt effektiver

Zu Beginn des zweiten Abschnitts waren die Mannen von Pat Cortina allerdings wieder hellwach, ein Treffer aber wollte ihnen trotz guter Möglichkeiten einfach nicht gelingen. Der Ausgleich schien jederzeit möglich, nur er wollte einfach nicht fallen. Ganz im Gegenteil: Bei einem ihrer wenigen guten Angriffe erzielte Garrett Festerling das 3:1 für die Mannheimer (36.).

Am Ende geht die Kraft aus

Auch im dritten Abschnitt versuchten die Schwenninger noch einmal alles. Sie gaben von Beginn an den Ton an, allerdings stellten sie sich vor dem Tor nicht geschickter an als in den beiden Dritteln zuvor. In den letzten Minuten ging den Gästen etwas die Kraft aus. Damit stand am Ende die neunte Niederlage in Folge. Das erhöht den Druck zusätzlich für das Heimspiel am Sonntag gegen Bremerhaven, das ab 17 Uhr auf Sport 1 übertragen wird.