Die Dortmunder haben es getan, die Schalker jetzt wieder. Sie sind sang- und klanglos, Schalke sogar äußerst blamabel, aus der Champions League ausgeschieden. Doch damit nicht genug, die Pleite hat noch einen Nebenaspekt, der vor allem in den sozialen Netzwerken diskutiert wurde.

Ein exklusiver Kundenstamm

Lassen wir also zunächst einmal das sportliche sportlich sein. Um was es geht? Einige Spieler hatten die Idee, vor den öffentlichkeitswirksamen Duellen in der Königsklasse noch einen Friseur im Hotel vorbeischauen zu lassen. HD Cutz nennt der sich und hat einen exklusiven Kundenstamm. Sheldon Edwards heißt er tatsächlich. Ob er auch Scherenhände hat?

Anreise aus London

Offenbar hat er in Star-Kreisen einen guten Ruf. Sein Salon ist im Südwesten Londons. Da die Schalker in Manchester spielten, ließen sie ihn eben die rund 350 Kilometer von der Hauptstadt aus anreisen. Was tut man nicht alles für seine Schönheit. Bei Instagram ist zu sehen, wie sich Nabil Bentaleb, Rabbi Matondo, Salif Sané, Weston McKennie und Breel Embolo in die Hände des Figaros begeben. Sie sehen danach gut aus. Am Abend auf dem Rasen tun sie das nicht. 0:7 – es ist eine Blamage.

Die nackten Zahlen sind deprimierend: Schalke verliert mit 0:7.
Die nackten Zahlen sind deprimierend: Schalke verliert mit 0:7. | Bild: Ina Fassbender, dpa

Vorwurf der Unprofessionalität

Kritiker werfen den Schalkern ebenso wie den Dortmundern vor wenigen Wochen vor dem Spiel bei Tottenham Hotspurs Unprofessionalität vor. Ein Friseurbesuch im Hotel während einer Dienstreise – völlig unmöglich. Mit einer anständigen Spielvorbereitung habe das aber auch gar nichts zu tun. Warum aber eigentlich?

Entspannung beim Friseur

Manche Menschen können sich beim Friseur entspannen. Ein kurzer Haarschnitt, dazu eine Kopfmassage und schon sieht man alles viel gelassener. Zudem kann der Tagesablauf vor dem Spiel am Abend recht eintönig sein, was nach Abwechslung ruft. Und ganz ehrlich: Wer möchte nicht richtig gut ausschauen, wenn Millionen Menschen einem beim Ausüben des Berufs zuschauen? Heidi Klum würde auch nie ungeschminkt oder unfrisiert vor die Kamera treten.

Ungeschicktes Verhalten

Sehr geschickt war die Aktion aber freilich nicht. Vor allem nicht in der Schalker Situation, die durch den Abstiegskampf in der Bundesliga noch prekärer wird. Und sie hilft auch nicht dabei, das Gerede von den sich vom Publikum entfernenden Fußballmillionären zu beenden. Erst ein Goldsteak, das Münchens Franck Ribéry zubereitet wird, dann Starfriseure im Teamhotel, die zwar nicht den Ablauf stören, aber eben auch nicht unbedingt Ruhe bringen. Man kann sich auch als Fußballprofi geschickter verhalten.

Fußballerische Qualität fehlt

Klar ist: Wegen HD Cutz haben die Schalker nicht mit 0:7 verloren. Wegen des Friseurs muss Trainer Domenico Tedesco nicht um seinen Job bangen.

Trainer Domenico Tedesco musste mit­ansehen, wie sich seine Mannschaft in Manchester willenlos ergab.
Trainer Domenico Tedesco musste mit­ansehen, wie sich seine Mannschaft in Manchester willenlos ergab. | Bild: Robbie Jay Barratt, Witters

Zumal auch Spieler von Manchester City offenbar Kunden von Edwards sind und sich am Spieltag die Haare schneiden ließen. Den Friseur also als schlechtes Omen zu bezeichnen, trifft nicht zu. Auch wenn er weder Dortmund noch Schalke Glück gebracht hat. Vielleicht ist einfach die fußballerische Qualität nach wie vor ein entscheidender Faktor für den Ausgang einer Partie.