Die 2853 Zuschauer in der Helios-Arena hatten gleich dreifach Grund zum Feiern. Zum einen bezwangen die Wild Wings den ERC Ingolstadt mit 5:1 (1:0, 2:1, 2:0) Toren, zum anderen verlängerte Torhüter Dustin Strahlmeier seinen Vertrag um ein Jahr. Zuguterletzt verließen die Schwenninger mit dem dritten Sieg in Folge den letzten Tabellenplatz und kletterten auf Rang zwölf.

Die erste gute Nachricht für die SERC-Fans gab es schon vor dem ersten Bully: Strahlmeier spielt auch in der kommenden Saison in Schwenningen. „Wir haben Dustin klargemacht, dass er für uns ein wichtiger Baustein für die kommende Saison ist. Er hat sich zu einem der besten Torhüter in der Deutschen Eishockey Liga entwickelt“, sagte Schwenningens Manager Jürgen Rumrich. Der gebürtige Gelsenkirchener kam 2016 an den Neckarursprung und absolvierte bislang 122 DEL-Spiele im Trikot der Schwäne. „Ich fühle mich in Schwenningen sehr wohl. Die Wild Wings haben mir schnell das Vertrauen geschenkt, und ich konnte mich in den vergangenen Jahren als Torhüter weiterentwickeln“, kommentierte Strahlmeier seine Vertragsverlängerung.

Bereits in Minute zwei bewies der Schlussmann, wie wertvoll er für seine Mannschaft ist. Klasse, wie er gegen Ingolstadts Stürmer Jerry D’Amigo reagierte. Diese Parade gab auch Strahlmeiers Vorderleuten Selbstvertrauen, denn sie erzielten fast im Gegenzug den Führungstreffer. Wie Anthony Rech Gästetorhüter Jochen Reimer austanzte, war allein das Eintrittsgeld wert. Elegant zog der Franzose frei vor dem Tor die Scheibe listig nach hinten und schob sie eiskalt links an Reimer vorbei zum 1:0 (2.) über die Linie. Fast hätten die Wild Wings im ersten Drittel nachgelegt, doch der Schuss von Verteidiger Kyle Sonnenburg streifte die Latte.

Nach der Pause blieben die Wild Wings ihrer offensiven Linie treu und setzten den Gegner sofort unter Druck. Prompt gerieten die Schanzer ins Wanken. Als Ingolstadts Angreifer Thomas Greilinger die Strafbank drückte, nutzten die Schwenninger ihr zweites Po-werplay an diesem Abend zum 2:0 (25.). Erneut war Rech erfolgreich. Reimer hatte den ersten Versuch des 26-Jährigen zwar abgewehrt, doch der Franzose setzte nach und verwandelte den Abpraller. Weil aller guten Dinge drei sind, ließ der nächste Treffer nicht lange auf sich warten. Kaum war Rihards Bukarts nach verbüßter Strafzeit wieder aufs Eis gestürmt, kam der lange Pass von Andrée Hult. Bukarts ließ sich die Chance allein vor Reimer nicht entgehen und erhöhte auf 3:0 (28.). Die Wild Wings schienen sich in einen Rausch zu spielen, als sie von einigen Strafzeiten ausgebremst wurden. Das war des Schlechten zu viel. Zwar überstanden die Hausherren eine doppelte Unterzahl, doch kurz darauf verkürzte David Elsner auf 3:1 (37.).

In der Anfangsphase der letzten Abschnitts hatten die Schwenninger erneut in Unterzahl einige brenzlige Situationen zu überstehen, doch Strahlmeier war auf der Hut. Just in dem Moment, als der Druck der Gäste übermächtig schien, schlugen die Wild Wings zu. Verteidiger Dominik Bohac hielt aus der Distanz einfach drauf und Bukarts seinen Schläger in den Schuss. Und schon sauste die Scheibe am verdutzten Reimer vorbei zum 4:1 (45.) ins Netz. Das war die Entscheidung und das 5:1 (54.) durch den dreifachen Torschützen Anthony Rech das wunderschöne Tüpfelchen aufs i.