Der Name hat noch immer Strahlkraft. Schumacher – das steht für Motorsport. Für erfolgreichen Motorsport. Michael Schumacher ist der Rekordweltmeister der Formel 1. Er ist der bislang beste Fahrer der Geschichte. Viele leiden derzeit mit ihm und seiner Familie. Nach einem schweren Skiunfall 2013 ist er in der medizinischen Rehabilitation. Die Öffentlichkeit weiß nicht, wie es ihm geht.

Sein Bruder Ralf war auch erfolgreicher Rennfahrer. Zehn Jahre fuhr er in der Formel 1, sechs Siege holte er. Aber auch bei ihm ist schon lange Schluss mit aktivem Motorsport. Gut, dass der Schumacher-Nachwuchs nach vorne drängt.

Michael Schumacher ist der Vater von Mick. Er ist Formel-1-Rekordweltmeister.
Michael Schumacher ist der Vater von Mick. | Bild: Valeria Witters

Mick und David, die Söhne von Michael und Ralf, haben die Aufgabe, unter dem Druck des Namens nicht zusammenzubrechen, mit Erfolg angenommen. Mick führt in der Formel 3 das Feld an, David ist seit dem Wochenende der beste Neuling der ADAC Formel 4. „Dieser Titel war von Anfang des Jahres an mein Ziel, ich habe es geschafft. Da bin ich sehr froh drüber, ich bin natürlich überglücklich“, sagt der 16-Jährige.

Und sein Vater Ralf, Chef beim Team US Racing CHRS, meint: „David hat sich stetig entwickelt, die Lernkurve war da. Am Ende hat er zu den Schnellsten im Feld gezählt, das ist schon sehr stark.“ In der ADAC Formel 4 ist die Konkurrenz groß, sie wird als Sprungbrett für den weiteren Weg nach oben angesehen. Wer sich hier behauptet, hat gute Aussichten.

Spa-Francorchamps hat für die Familie fast schon magische Bedeutung

Die hat zweifelsfrei auch Mick Schumacher. Auch er hat sich in der ADAC Formel 4 bewiesen und 2016 den zweiten Platz belegt. Mittlerweile ist der 19-Jährige in der Formel 3 angekommen, in der er beim letzten Rennwochenende am Hockenheimring (13./14. Oktober) den Titel gewinnen kann. Mit 329 Punkten liegt er 49 Zähler vor dem britschen Red-Bull-Junior Daniel Ticktum.

Nach durchschnittlichen bis guten Ergebnissen an den ersten vier Rennwochenenden der aktuellen Formel-3-Serie sorgte sein Sieg in Spa-Francorchamps für eine Initialzündung. Ausgerechnet auf der Strecke, die auch für seinen Vater immer eine besondere Bedeutung in dessen Karriere hatte und auf der Mick vor über einem Jahr mal einen Weltmeister-Wagen seines Vaters hatte steuern dürfen.

Acht der vergangenen zwölf Rennen gewann Mick Schumacher vor dem letzten Lauf in Spielberg. Fünf Siege gelangen ihm in Serie. „Die Pace war da, das Auto war grandios“, lobte er. Fünf Siege nacheinander schaffte zuletzt in der dritthöchsten Rennserie der Kanadier Lance Stroll gegen Ende der Saison 2016. Danach stieg er in die Formel 1 auf. Ein Ziel, das freilich auch Mick Schumacher hat. Sollte er tatsächlich den Titel in der Formel 3 holen, hätte er die nötigen Punkte für die Superlizenz zusammen. Ob das aber schon für den raschen Aufstieg reicht? „Inzwischen hat er Erfahrungen gesammelt, sich weitergebildet und für eine große Zukunft aufgestellt“, sagt DTM-Chef und Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger.

Ralf Schumacher ist mit der Entwicklung seines Sohnes David als Rennfahrer sehr zufrieden.
Ralf Schumacher ist mit der Entwicklung seines Sohnes David als Rennfahrer sehr zufrieden. | Bild: Rolf Vennenbernd, dpa

Natürlich wäre es eine wunderbare Geschichte, würde ein Schumacher wieder in einem Formel-1-Cockpit sitzen. Natürlich haben sich etliche Teamverantwortliche schon Gedanken über dieses Thema gemacht. Mick Schumacher, der Sohn des Rekordweltmeisters, war schon bei Mercedes und Ferrari an Renn-Wochenenden zu Gast. Zu beiden Teams hat sein Vater ein besonderes Verhältnis. Egal ob im roten Renner oder in einem Silberpfeil – Mick Schumacher wäre der Mann für die großen Schlagzeilen. Der Formel 1 würde ein solcher Transfercoup guttun.

Und Schumacher scheint mehr und mehr bereit für die ganz große Karriere. Mit Sabine Kehm wird er von der Frau gemanagt, die auch die Öffentlichkeitsarbeit seines Vaters erledigt. Sie weiß, wie behutsam der 19-Jährige aufgebaut werden muss. Denn klar ist auch: Alleine durch den Nachnamen werden viele Erwartungen auf ihm lasten. Doch Mick Schumacher ist gereift, er macht einen überlegten Eindruck. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die Königsklasse zugreift.