Es gibt Fußball-Spiele, die derart wenig bieten, dass man sich wünschen würde, der Schiedsrichter könnte nach 70 Minuten bereits abpfeifen. Das Süd-Duell der Bundesligisten VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt war solch eine Partie. Den VfB-Mannen und ihren Fans war es egal, denn unter dem Strich stand nach 90 Minuten Magerkost ein 1:0 (1:0)-Sieg, durch den der Aufsteiger unter Coach Tayfun Korkut die Bilanz auf zehn Punkte in vier Spielen ausbaute.

„Das Spiel hatte kein gutes Niveau und wir waren noch schlechter. Die Art und Weise, wie wir das Spiel geführt haben, ärgert mich maßlos“, wetterte Eintracht-Coach Niko Kovac, dessen Team in der Mercedes-Benz-Arena nun wirklich nicht ahnen ließ, wie es auf den dritten Tabellenplatz gekommen war. „Der Gegner ist so stark, wie man zulässt“, konterte Korkut. Der VfB-Coach hatte taktisch alles dafür getan, dass die Gäste gar nicht erst in ihren Rhythmus kamen. Die Stuttgarter agierten zuhause so, wie es Teams normalerweise in Auswärts-Begegnungen machen. Torsicherung war das oberste Gebot. Kapitän Christian Gentner & Co. überließen den Hessen zwar das Mittelfeld. Doch zwei dahinter postierte Vierer-Reihen hebelten die Frankfurter Offensive aus. Weil das Spiel der Gäste an völliger Fantasielosigkeit und fehlender Durchschlagskraft krankte, dazu Torjäger Sebastien Haller gegen Benjamin Pavard und Timo Baumgartl nicht zum Zug kam, ging dieses Rezept auf.

„Großes Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat es sehr, sehr gut gemacht und verteidigt, vor allem meine letzte Reihe“, freute sich Korkut über den gelungenen Schachzug. Und vorne reichte Minimalisten-Fußball, andere würden von großer Effektivität sprechen, zu den drei Punkten. Aus zwei richtig guten Chancen machte der VfB einen Treffer. Gleich die erste Gelegenheit saß. Bei einem Konter überlief Daniel Ginczek Eintracht-Schlussmann Lukas Hradecky, zog den Ball aus spitzem Winkel aufs Tor, Marco Russ schlug auf der Linie den Ball an den Pfosten. Von dort prallte das Leder in den Fünfmeterraum, wo der von Augsburg gekommene Winter-Zugang Erik Thommy nur noch einschieben musste (13.). „Erik hat uns gutgetan“, lobte Sportvorstand Michael Reschke und legte zweisprachig nach. In bestem Denglisch sagte er über den Torschützen: »Er war der lucky Faktor heute.«

In der Tat glücklich für den VfB, dass der 23-Jährige genau richtig stand. Bei der zweiten Chance, die Mario Gomez stark vorbereitete, agierte Gienczek unmittelbar nach dem Seitenwechsel zu halbherzig, so dass Eintracht-Verteidiger Danny da Costa auf der Torlinie retten konnte (46.). Ein Tor reichte den Hausherren, um die nächsten drei Zähler im Abstiegskampf einzusammeln. Von den »Nadelstichen nach vorne«, die man laut Korkut versucht habe zu setzen, war erst wieder in der Schlussphase ein wenig zu sehen. „Das war kein Fußball, der berauscht“, räumte Außenverteidiger Andreas Beck ein. „Für uns geht’s nur um Ergebnisse.“ Und die stimmen beim VfB.