War Bundeskanzlerin Angela Merkel 2014 beim Fußball-WM-Finale in Rio de Janeiro vor Ort? Ja, sie war! Hat sie mit den deutschen Weltmeistern gefeiert und davon gar Bilder in der Kabine machen lassen? Ja, sie hat! War sie jetzt irgendwann mal bei der Leichtathletik-EM in Berlin – im Olympiastadion oder am Breitscheidplatz, wo Marathon- und Geher-Wettkämpfe gestartet wurden und die meisten Siegerehrungen abgehalten wurden, beobachtet von in der Summe rund 150.000 Zuschauern? Nein, war sie nicht!

„Warum war Frau Merkel nicht da? Im Fußball geht’s“

Im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF am Samstagabend stellte Christina Schwanitz deshalb die Frage: „Warum war Frau Merkel nicht da? Im Fußball geht’s. Und jetzt, wo es im eigenen Land ist, und es ist ja nicht erst seit gestern bekannt, ist sie nicht da. Da sieht man auch die Wertschätzung.“ Schwanitz war nicht alleine mit ihrer Sicht der Dinge. „Es ist schade, dass es die Bundeskanzlerin nicht in ihrem Fokus hat, die Leichtathletik zu unterstützen“, sagte Nadine Müller, die Silber mit dem Diskus holte. Shanice Kraft, hinter Müller mit Bronze ausgezeichnet, sagte: „Es wäre wirklich eine schöne Wertschätzung für uns gewesen, wenn die Kanzlerin ins Stadion gekommen wäre, wo sie doch immer so viel Zeit für Fußball hat.“ Schließlich ließ Zehnkampf-Europameister Arthur Abele auch den Hinweis nicht gelten, die Kanzlerin befinde sich im Urlaub. „Man kann trotzdem einen kleinen Abstecher machen oder vielleicht einen kleinen Gruß ins Stadion schicken.“ 

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Erfolgreiche Athleten, mündige Athleten, so wünscht man sich das doch. Wenigstens eine ansprechende, aktuelle Videobotschaft hätte die Kanzlerin mit ihren Medienberatern hinkriegen müssen. Eine Frage zum Schluss noch: Wäre Merkel 2014 auch nach Rio gedüst, wenn sie da Urlaub gehabt hätte? Wir behaupten mal, die Antwort hätte zwei Buchstaben!