Nach einem wilden Ritt mit zwischendurch zweimal sechs Treffern Rückstand (4:10 und 13:19), einem wenig erbaulichen Halbzeitstand (11:16) und immer noch einem Drei-Tore-Defizit zehn Minuten vor Ende (22:25) holte die HSG Konstanz im Hinspiel der 2. Relegationsrunde zur 2. Bundesliga beim Nordmeister HC Empor Rostock ein 31:31-Unentschieden. Möglich machten das lange Zeit nicht für möglich gehaltene, gute Resultat eine bessere Kondition und ein starker Wille, sich eine positive Ausgangsposition fürs Rückspiel zu verschaffen. Die Entscheidung, wer in die 2. Bundesliga aufsteigt, fällt am Samstag (20.00 Uhr) in der Konstanzer Schänzlehalle.

Schwacher Start der HSG Konstanz

Es war zwar schon 16.30 Uhr, als das Spiel angepfiffen wurde, aber nach nur viereinhalb Minuten hätte man den Spielern der HSG Konstanz ein lautes „Guten Morgen, aufwachen!“ zurufen können. Ähnlich wie in der ersten Relegationsrunde in Eisenach verschliefen die Spieler von Trainer Daniel Eblen auch an der Ostsee den Auftakt. 4:0 führte der HC Empor Rostock nach Fehlpässen von Joschua Braun, Paul Kaletsch und Tom Wolf sowie einem Wurf über den Kasten von Felix Krüger. Über 5:1 und 7:3 ging es bis zum 10:4 nach elf Minuten.

Sieben Angriffe, sieben Tore

Eblens Mannschaft kam mit der aggressiven, sehr offensiven Deckung des Nordmeisters nicht zurecht. Und auch in der Deckung offenbarten die Konstanzer Schwächen. Bei sieben Angriffen erzielten die Gastgeber sieben Treffer, erst beim achten Versuch unterlief ihnen ein technischer Fehler. Beim Stand von 11:5 (15.) wechselte Eblen den Torhüter. Für Simon Tölke, der keinen einzigen Wurf abwehren konnte, kam Maximilian Wolf – aber auch der sollte bis zur Pause seine Hände an keinen Wurf bekommen. Er musste zwar nur noch fünf Treffer kassieren, aber das lag hauptsächlich daran, dass sich die Ostdeutschen Fehler leisteten.

11:16-Rückstand der Konstanzer zur Pause

Bei den Zwischenständen von 11:7, 12:8 und 13:10 (21.) konnten die Konstanzer Fans, die die weite Reise in Kleinbussen in Angriff genommen hatten, auf eine Wende hoffen. Danach aber scheiterten die HSG-Akteure wieder am Abwehrverbund der Rostocker, die bis zur Halbzeit auf 16:11 davonzogen.

Der zweite Abschnitt begann hektisch. Die Konstanzer schienen nun wacher, aber noch produzierten sie unerklärliche Fehler (zweimal Tom Wolf). Nach 38 Minuten hatte Rostock auf 19:13 erhöht, ehe Fabian Schlaich, Matthias Hild, Wolf und Paul Kaletsch in einem Viererlauf auf 19:17 stellten. Der Nordmeister wankte, aber noch fiel er nicht. 21:17, 23:19, 24:21, 25:22, bis zur 49. Minute hielt der HC Empor eine Drei-Tore-Führung. Doch die HSG-Spieler agierten nun schneller und entschlossener. Schlaich, Braun und Wolf verkürzten, und als Torwart Simon Tölke endlich zupacken konnte, gab es achteinhalb Minuten vor Schluss zum ersten Mal die Chance auf den Ausgleich. Aber noch sollte es nicht sein, Kaletsch fand Kreisläufer Fabian Wiederstein nicht – Tempogegenstoß, 26:24. Rostock wehrte sich bis zum 30:28 verzweifelt mit erfolgreichen Einzelaktionen aus dem Rückraum, aber die HSG kam immer postwendend heran. Beim 30:30 durch einen von Kaletsch verwandelten Siebenmeter war der Gleichstand geschafft. Noch einmal legte Rostock vor, noch einmal glich Kaletsch aus.

31:31 ist eine gute Ausgangslage für das Rückspiele

Das 31:31 ist gewiss eine gute Ausgangslage, um nächsten Samstag vor eigenem Publikum den Aufstieg in trockene Tücher zu bringen. Unabdingbar ist dann freilich ein hellwacher Auftritt von Beginn an – immerhin ist erst um 20 Uhr Anwurf und nicht schon um 16.30 Uhr… (tim/joa)

HSG Konstanz: Tölke, M. Wolf – Stotz (1), Schlaich (2), Hild (3), T. Wolf (2), Wiederstein (1), Kaletsch (10/4), Krüger, Maier-Hasselmann, Braun (5), Jud (1), Keupp (2), Wendel (4), Volz, S. Löffler. – Zuschauer: 3500.