1. WM 1934 in Italien: Im Viertelfinale am 31. Mai in Mailand siegt das deutsche Team 2:1. Der Stürmer Karl Hohmann vom VfL Benrath erzielt beide Tore. Der Düsseldorfer Stadtteilverein war damals eine echte Nummer im deutschen Fußball. Hohmann erreichte mit dem VfL 1935 das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, das 2:3 gegen den VfB Stuttgart verloren wurde. Die deutsche Elf verlor das Halbfinale gegen die damalige Tschechoslowakei 1:3 und gewann im Spiel um Platz drei gegen Österreich mit 3:2. Weltmeister wurde Italien durch ein 3:1 gegen die Tschechoslowakei. Hohmann starb 1974 kurz vor der WM in Deutschland an Herzschwäche, in Benrath gibt es eine nach ihm benannte Straße und auch das dortige Fußballstadion trägt seinen Namen.
  2. WM 1958 in Schweden: Vier Jahre nach dem Wunder von Bern, wo Deutschland durch den sensationellen 3:2-Sieg gegen den haushohen Favoriten Ungarn Weltmeister geworden war, reist die DFB-Elf also als Titelverteidiger an. Die Mannschaft von Trainer Sepp Herberger kämpft sich durch bis ins Halbfinale, in dem es gegen den Gastgeber geht. Was sich am 24. Juni abspielt, bekommt viele Beinamen: Die Schlacht, die Hölle, das Skandalspiel von Göteborg. Der Grund: Frenetische Anfeuerungsrufe oder Fangesänge sind damals unüblich, die Schweden aber haben Einpeitscher mit Fahnen in Landesfarben und mit Megafonen auf die Aschenbahn des Ullevistadions geschickt, die 90 Minuten lang schreien: „Heja Sverige frisk humör, det är det som susen gör, Sverige, Sverige, Sverige“ – frei übersetzt: Auf geht’s Schweden, mit frischem Mut immer voran, Schweden, Schweden, Schweden. Die deutschen Spieler lassen sich beeindrucken, Erich Juskowiak fliegt vom Platz, Fritz Walter muss verletzt vom Feld und den Rest erledigt Schiedsrichter Istvan Zsolt. Der stammt aus Ungarn und habe, so die deutschen Medien danach, Rache genommen für die Niederlage der Magyaren im WM-Finale 1954. Die Folgen sind exorbitant: Von der Speisekarte deutscher Wirtschaften wird die Schwedenplatte, ein Potpourri aus kalten Leckereien, getilgt. An Fahrzeugen mit schwedischen Autonummern werden hierzulande die Reifen zerstochen, die sportlichen Beziehungen beider Länder sind lange Zeit gestört – unglaublich aus heutiger Sicht.
  3. WM 1974 in Deutschland: Am 30. Juni gibt es im zweiten Spiel der damals ausgetragenen 2. Finalrunde nach begeisternden 90 Minuten im Düsseldorfer Dauerregen einen deutschen 4:2-Sieg. Ralf Edström bringt Schweden in der ersten Halbzeit in Führung, nach Toren von Wolfgang Overath und Rainer Bonhof gleicht der für Kaiserlsautern kickende Roland Sandberg nochmals aus, ehe Jürgen Grabowski und Uli Hoeneß für den Endstand sorgen. Eine Woche später ist Deutschland nach einem 2:1 im Finale gegen die Niederlande Weltmeister.
  4. WM 2006 in Deutschland: Am 24. Juni schießt Lukas Podolski beide Tore zum deutschen 2:0-Sieg. Der Erfolg hätte weit höher ausfallen können, weil das DFB-Team jede Menge Chancen liegen lässt. Einen Elfmeter für Schweden ballert Hendrik Larsson übers Tor. Für Deutschland ist im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Italien mit einem 0:2 Endstation. Am Ende des „Sommermärchens“ steht Rang drei.