Oh, wie war das schön. 13 500 Zuschauer in der Berliner Max-Schmeling-Halle, die sie lautstark anfeuerten und am Ende euphorisch feierten, da wurde es den deutschen Handballern gleich beim WM-Auftakt warm ums Herz. „Eine super Atmosphäre, da war schon ein bisschen Pipi in den Augen“, meinte Torhüter Silvio Heinevetter und sein Kollege zwischen den Pfosten, Andreas Wolff, erklärte mit Verve in der Stimme: „Ich kann es kaum erwarten, wenn wir ein Spiel Spitz auf Knopf erleben werden, wie dann die Stimmung über 60 Minuten sein wird.“ Dieses Spiel werden Wolff & Co. nicht nur einmal kriegen bei diesem Turnier, das dürfte so sicher sein wie die Annahme, dass die Unterstützung für das deutsche Team jedes Mal gewaltig sein dürfte. Allein, ob nach Ende der Partien wieder Euphorie sein wird, bleibt vorläufig offen, weil der Auftaktgegner aus Korea shcluicht zu schwach war für eine erste Standortbestimmung. Heute Abend bereits könnte das anders sein, denn die Brasilianer sind keine „80-Kilogramm-Speedey-Gonzales“, wie Wolff die Koreaner nannte. Sie sind gut ausgebildete Handballer, von denen einige ihr gutes Geld bei europäischen Topklubs verdienen. Vor Hochmut sei also gewarnt, zumal es für Kapitän Gensheimer und Kollegen bei Olympia 2016 in Rio eine Niederlage gegen die Südamerikaner setzte.

Natürlich ist es hilfreich, dass die Stimmung im deutschen Lager gut ist und die Affäre um den USA-Trip des vom Bundestrainer aussortierten Tobias Reichmann keine Rolle spielt – sondern für den Enttäuschten die Türe offen bleibt, sollte er im Laufe der WM doch noch gebraucht werden. Etwa dann, wenn kein Franz Semper Schüttelfrost bekommt, sondern Rechtsaußen Patrick Groetzki ...