Die Zubereitung dauert ein bisschen und das Zubehör ist auch nicht ganz billig, aber manchmal muss es eben ein Bœuf Stroganoff sein. Warum das angeblich ein russisches Gericht ist? Nun, erstmals erwähnt wird es durch Jelena Molochowetz in der 1871er-Ausgabe ihres russischen Kochbuchs Podarok molodym chosajkam („Geschenk für junge Hausfrauen“).

Ja, statt eines Thermomix-Geräts gab es damals noch ein Kochbuch! Bei Molochowetz ist das Gericht als eine Art Ragout mit einer auch Schmand enthaltenden Senfsauce beschrieben. Es lässt sich nicht mehr feststellen, wer das Rezept wann erdacht hat.

Aber warum heißt das Gericht meiner Wahl eigentlich Stroganow? Nun, die Stroganows bildeten im Russland des 16. und 17. Jahrhunderts eine reiche und berühmte Kaufmannsfamilie. Die Legende führt die Familiendynastie auf einen mongolischen Kleinfürsten zurück, der sich einst dem Moskauer Herrscher anschloss. Als er später seinen ehemaligen Stammesgenossen in die Hände fiel, ließen diese ihm als Verräter das Fleisch bis auf die Knochen abziehen. Seine Witwe führte fortan den Namen Stroganow, vom russischen Verb für „schnetzeln, hobeln“.

Na dann, guten Appetit!

 

Der Autor dieses Textes Dirk Salzmann.