Es scheint ein neues Hobby zu sein. Eines mit ernstem Hintergrund allerdings: schimpfen auf den Umgang mit dem Videobeweis. In der Bundesliga vergeht kaum ein Spieltag, an dem nicht irgendjemand große Probleme mit dem technischen Hilfsmittel hat. Zuletzt wüteten Verantwortliche und Spieler von Frankfurt und Hannover. Aus ihrer Sicht wohl zu Recht, wobei gerade in Hannovers Fall betont werden muss, dass die Niedersachsen kurz vor Schluss auch vom Videobeweis profitierten. Erst die kalibrierte Linie entlarvte das zweite Mainzer Tor als irregulär.

Noch lange nicht perfekt

Unumstritten ist, dass der Videobeweis in seiner derzeitigen Form nicht perfekt ist. Mal greifen die Beobachter in Köln ein, mal nicht. Willkür ist einer der Vorwürfe, die häufig erhoben werden. Freilich nur von den Clubs, die sich benachteiligt fühlen. Der Videobeweis soll den Fußball gerechter machen. Das schafft er noch nicht und hat obendrein signifikante Schwächen. Da die Szenen auf den Videoleinwänden in den Stadien nicht gezeigt werden, fehlt die Transparenz. Und damit die Chance für die Fans vor Ort zu verstehen, was eigentlich gerade vor sich geht. Und als Wut-Ventil in Krisen scheint der Videobeweis allemal perfekt zu taugen.

Das könnte Sie auch interessieren

Es kommt auf die Sichtweise an

Bei aller Kritik gibt es auch positive Stimmen. Wie zuletzt von Hoffenheims Julian Nagelsmann nach einer für seine Mannschaft positiven Entscheidung beim 2:2 in Wolfsburg. In der 2. Bundesliga wären die Ingolstädter froh gewesen, es würde auch dort den Videobeweis geben. Darmstadts Ausgleich fiel nach einer Schwalbe. Es kommt wie so oft auf die Sichtweise an. Wer profitiert, ist glücklich. Wer darunter leidet, wütet. Klar aber sollte allen sein: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Videobeweis wieder abgeschafft wird, ist gering. Sonst würde er im Frühjahr erst gar nicht in der Champions League eingeführt werden.