Stuttgarts Trainer Nico Willig plant vor dem Relegationsrückspiel beim 1. FC Union Berlin offenbar Umstellungen in der Defensive, um den dritten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte zu verhindern.

Nach den eklatanten Schwächen beim 2:2 im Hinspiel gegen den Zweitliga-Dritten könne es beim VfB heute Abend in Berlin zu personellen Änderungen im hinteren Mannschaftsteil kommen. „So wie es am Donnerstag war, darf es nicht mehr auftreten“, sagte Willig nicht nur mit Blick auf die beiden Gegentore der Berliner.

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Derc Eurosport Player überträgt das Spiel heute Abend ab 20.30 Uhr live aus Berlin, auf dem ZDF gibt es ab 23.35 Uhr eine halbstündige Zusammenfassung. 

Rückt Timo Baumgartl wieder in den Kader?

Möglicherweise könnte Innenverteidiger Timo Baumgartl in dem mit 22 012 Zuschauern ausverkauften Stadion An der Alten Försterei wieder eine Chance bekommen, im Hinspiel hatte er nicht im Kader gestanden. Der kampfstarke Santiago Ascacibar, dessen Rotsperre abgelaufen ist, wäre ein Kandidat für das defensive Mittelfeld.

In der Offensive steht hinter dem Einsatz von Daniel Didavi „ein richtig großes Fragezeichen“, sagte Willig. Der Spielmacher leidet weiter an den muskulären Problemen, wegen denen er im Hinspiel ausgewechselt werden musste. Für ihn wäre der Schweizer Steven Zuber eine Alternative für die Startelf, um möglicherweise für neue Impulse zu sorgen.

Willig schiebt Union Favoritenrollen zu

Auch die Leistung im vorderen Bereich gefiel Willig im Hinspiel nicht. „Da, wo die Tore stehen, war Union besser“, sagte Willig und meinte die Defensive wie die Offensive. „Wir müssen in diesen Aktionen im letzten Drittel besser werden.“

Im Unterschied zu Union-Trainer Urs Fischer sieht Willig die Favoritenrolle nicht bei seiner Mannschaft, sondern macht wegen der beiden Auswärtstore des Gegners sogar „einen leichten Vorteil für Union“ aus. „Es wird davon abhängen, welche Mannschaft in dieser Drucksituation die bessere Leistung abruft.“ Um den Abstieg zu verhindern, braucht der VfB einen Sieg oder ein Unentschieden, das 3:3 oder höher ausfällt.

Stuttgarts Trainer Nico Willig ist vor dem Rückspiel kampfeslustig. Bild: dpa
Stuttgarts Trainer Nico Willig ist vor dem Rückspiel kampfeslustig. | Bild: Fabian Sommer

Der 1. FC Union beschwört die Kraft seiner völlig elektrisierten Kult-Fans.

„Das Stadion wird brennen“

Die Rolle des Außenseiters beanspruchen die Berliner im Psychoduell trotz der guten Ausgangslage durch das 2:2 im Hinspiel aber genüsslich weiter für sich. „Ich bleibe bei der Meinung: Favorit bleibt Stuttgart“, sagte Trainer Urs Fischer. „Das Stadion wird brennen“, verspricht Innenverteidiger Marvin Friedrich einen emotionalen Höhepunkt.

„Die Vorfreude ist da, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es zu viel wird“, sagte Fischer in seiner stoischen Art. „Jetzt geht es um die Wurst. Entweder gehst du hoch, oder du bleibst wo du bist.“ In der Erinnerung an das Public Viewing beim Hinspiel geriet aber selbst der Schweizer ins Schwärmen. „Das musst du dir mal vorstellen, das ist Wahnsinn. 15.000 Zuschauer, die ein Spiel verfolgen im Stadion und wir spielen 700 Kilometer entfernt – unglaublich.“ Gut 2000 VfB-Fans werden mitreisen.

Etwas ganz Besonderes

„Das wird kein dünneres Brett bei der Einstellung und der Euphorie, die da herrscht“, sagte Willig „Dieses Spiel ist ein besonderes Spiel, es ist ein Hexenkessel. Die Rahmenbedingungen sind Wahnsinn, die Situation drumherum ist etwas ganz, ganz Besonderes, was Einmaliges.“ Union hat als heimstärkstes Team der 2. Liga diese Saison erst ein Spiel vor eigener Kulisse verloren, ließ 14-mal kein Gegentor zu. (dpa)