Die Formel 1 schafft es immer wieder, für Verwunderung zu sorgen. Und für Kopfschütteln bei den Fans. Die Fahrer hatten sich in großer Mehrheit dafür ausgesprochen, in der neuen Saison das Kopfschutzsystem Halo einzuführen. Nur um festzustellen, dass sich die sogenannte Strategiegruppe bei ihrer Sitzung dann doch dagegen entschied. Einig waren sich viele, dass das neue System die Rennwagen nicht unbedingt hübscher macht. Das Cockpit wäre nicht mehr offen gewesen. Wichtige Entscheidungsträger hatten wohl Befürchtungen, dass die Attraktivität der Rennserie darunter leidet. Schließlich ist ein offenes Cockpit ein Markenzeichen der Formel 1. Als offizieller Grund wurden freilich noch nicht ausreichende Tests angeführt. Dabei sind seit 2013 Entwicklungen im Gange, um Maßnahmen gegen Kopfverletzungen zu treffen. Bis 2018 ist nun die Einführung eines Cockpitschutzes verschoben.Für die Fahrer bleibt die Erkenntnis, dass ihre Meinung im Tagesgeschäft wenig zählt. Sie sollen im Zweifel ihr Leben riskieren, aber bitteschön den Mund halten. Vorlaute Fahrer sind offenbar nicht erwünscht. Das hat Boss Bernie Ecclestone mehrfach verkündet. Gerade aber beim Thema Sicherheit sollten die Wünsche der Fahrer nicht ignoriert werden. Das Halo-System hätte die Überlebenschancen bei schweren Unfällen bis zu 17 Prozent erhöht, haben Tests ergeben. Der Beschluss ist ein Rückschlag in den Sicherheitsüberlegungen der Formel 1.

Zumal noch längst nicht gesichert, dass 2018 ein solcher Cockpitschutz tatsächlich eingeführt wird.Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass die Entscheidungsträger ihren Beschluss nicht irgendwann bereuen müssen. Es ist fahrlässig, ein vorhandenes Schutzsystem nicht zu installieren. Man stelle sich vor, es kommt in den nun folgenden eineinhalb Jahren bis 2018 zu einem Unfall, bei dem Halo dem Fahrer geholfen hätte. Dann möchte keiner in der Haut derjenigen stecken, die sich gegen Halo entschieden haben. Klar ist nur: Die Fahrer sitzen in diesem Fall am unteren Ende der Nahrungskette.