Kaum etwas ist Freiburgs Trainer Christian Streich wichtiger als eine gute Saisonvorbereitung. Dass die Spielzeit 2014/2015 schwer werden würde, prognostizierte er bereits während des damaligen Sommertrainingslagers – am Ende stieg der SC ab. So gesehen steht es vor der dritten Saison nach dem Wiederaufstieg gerade bestens um die Saisonprognose. Zum einen dürfte Torjäger Nils Petersen gut ausgeruht ins Trainingslager nach Schruns (20. bis 28. Juli) mitfahren – die Strapazen der WM bleiben ihm ja erspart. Und während wichtige Transfers in der Vergangenheit oft erst kurz vorm ersten Spieltag verkündet wurden, steht heuer bereits das Gros der Zugänge fest – und das schon drei Wochen vor dem Trainingsstart am 2. Juli.

So kam Mark Flekken als zweiter Torwart aus Duisburg, Philipp Lienhart wurde dauerhaft von Real Madrid verpflichtet. Kollege Dominique Heintz, der besser dotierte Angebote ausgeschlagen hat, wurde aus Köln geholt. Zwei fest verpflichtete Innenverteidiger also, schließlich rechnet man nach dem Weggang von Marc-Oliver Kempf (Stuttgart) auch damit, dass Caglar Söyüncü bald in die Premier League wechselt. Der 22-Jährige hat Gespräche mit Arsenal London bestätigt, der SC hofft auf eine Rekordablöse im höheren zweistelligen Millionenbereich – auch deshalb hat man andere finanzielle Möglichkeiten als zuletzt. Wie bei Angreifer Luca Waldschmidt, der vom HSV kam und fünf Millionen Euro gekostet haben soll, auch Heintz (drei Millionen Euro) und Lienhart (zwei Millionen) waren keine Schnäppchen.

Zuletzt wurde auch noch die Verpflichtung des gebürtigen Karlsruhers Jérôme Gondorf bekanntgegeben, der aus Bremen kommt. Sportdirektor Klemens Hartenbach sieht den 29-Jährigen als künftigen offensiven Part in der Mittelfeldzentrale: „Er kann bei 4-4-2 zusammen mit Nicolas Höfler mittig spielen – oder in einem 3-5-2 in einer der vorderen zentralen Positionen.“ Im Sturm, so Hartenbach, fühlt man sich gut aufgestellt. „Wir sind optimistisch, dass Florian Niederlechner nach seiner schweren Knieverletzung zum Saisonstart wieder fit ist.“

Auch von Waldschmidt ist Hartenbach überzeugt. Angesprochen auf dessen maue Bilanz von zwei Treffern in 50 Bundesliga-Spielen, erwidert er: „Wir beobachten ihn seit der Jugend, in der er vor allem durch seine enorme Treffsicherheit auffiel. Warum sollen wir ihn da nicht wieder hinkriegen?“

Zwei Talente werden weiter verliehen

Handlungsbedarf besteht allerdings noch auf den offensiven Außenbahnen. Dass dort der Weggang von Vincenzo Grifo und Maximilian Philipp im vergangenen Sommer nicht annähernd kompensiert werden konnte, haben die Verantwortlichen als eine der Hauptursachen dafür ausgemacht, dass der Klassenerhalt in der abgelaufenen Spielzeit erst am letzten Spieltag gesichert werden konnte. „Da werden wir noch etwas tun“, kündigte Hartenbach an, der den beiden zwischenzeitlich nach Karlsruhe verliehenen Spielern mittelfristig eine Rückkehr nach Südbaden in Aussicht stellt.

Verteidiger Jonas Föhrenbach, der sich „gut entwickelt“ habe, werde für die kommende Spielzeit noch einmal an einen Zweitligisten verliehen. Auch für Stürmer Fabian Schleusener, der für den KSC in der dritten Liga 17 Mal traf und nun für Sandhausen in der Zweiten Bundesliga auflaufen wird, ergebe sich kommenden Sommer noch mal eine Perspektive: „Er ist ein Spätentwickler, den ich auch mit 28 Jahren zurückholen würde, wenn die Entwicklung so weitergeht“, sagt Hartenbach.