Die Saisonvorbereitung – es ist die ungeliebte Phase eines jeden Fußballspielers. Wenn dann noch, wie im Sommer 2018 die Sonne über Wochen besonders heiß vom Himmel brennt, dass wie in Freiburg trotz bester Pflege von Greenkeeper Alfred Melcher sogar der Rasen verfilzt und ausgetauscht werden muss, dann kann man gut verstehen, dass die Spieler das Ende der Leidenszeit mit ungezählten Schweißtropfen herbeisehnen.

Vorbei ist nun die Zeit des Testens und Taktierens. Eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel (DFB-Pokalspiel am 20. August in Cottbus) gab es für die Profis des SC Freiburg am Sonntag gegen Real San Sebastian eine letzte Gelegenheit zur Feinabstimmung mit dem Herausfinden der vermeintlichen Startformation. Am Ende kam ein gerechtes 1:1-Unentschieden heraus. Die Spanier waren nach 13 Minuten in Führung gegangen. Nach einer knappen halben Stunde stellte Nils Petersen per Foulelfmeter bereits den Endstand her. Mike Frantz war im Strafraum gefoult worden.

Vor den Augen von Stefan Kuntz, dem U-21 Coach der DFB-Nationalmannschaft hatte SC-Coach Christian Streich mit Luca Waldschmidt (Hamburger SV) und Dominique Heintz (1. FC Köln) zwei Neuzugänge in die Startelf beordert. Vor der Partie gab es jedoch einen emotionalen Moment. Çaglar Söyüncü, Publikumsliebling der vergangenen Jahre und nun nach England zu Leicester City abgewandert, nutzte die Gelegenheit um sich von seinen Fans persönlich zu verabschieden. Sportvorstand Jochen Saier und Oliver Leki überreichten seitens des Sportclubs ein Präsent. Trainer Christian Streich herzte zum Beifall der Galerie seinen ehemaligen Spieler nochmals innig.

Im Glutofen Schwarzwaldstadion erwischte San Sebastian den besseren Start und war den Sportclub hoch angelaufen. „Wir hatten nicht so viele Gegner auf diesem Niveau, das muss man auch sehen. Dazu haben wir ein paar leichte Bälle verloren“, bilanzierte Christian Streich nach dem Abpfiff. Folgerichtig der frühe Führungstreffer für die Spanier. Zunächst konnte Alexander Schowlow, der gleich mehrmals sein ganzes Können aufbieten musste, gegen Juanmi klären. Die nachfolgende Ecke brachte dann doch das Tor für die Gäste. Der Rasen des Schwarzwaldstadions sonst ein Prunkstück der ersten Liga, tat sein Übriges, dass der Sportclub lange brauchte und der Ball nicht wie gewohnt zirkulierte, um ins Spiel zu finden. Dies gelang aber zur Freude des Freiburger Trainers dann doch immer besser. Dominique Heintz ist in der Freiburger Defensive inzwischen eine Bank und besticht durch seine stoische Ruhe. Luca Waldschmidt deutete nicht nur bei seinem Distanzschuss (22.) an, den der Gästekeeper mit letztem Einsatz entschärfen konnte, dass er für das Freiburger Offensivspiel eine Bereicherung sein kann. „Der Junge kann kicken und ist gewandt. Zwei drei Bälle können noch ankommen, er arbeitet zudem an den Zweikampfwerten, er ist sehr engagiert“, lobte der sonst eher zurückhaltende SC-Coach seinen Neuzugang.