Christian Streich war nach der 0:4-Niederlage seines SC Freiburg beim 1. FC Köln kurz angebunden. „Wir waren nicht ballsicher genug und haben in allen Belangen verdient verloren“, bilanzierte der Freiburger Trainer, der damit noch ein gnädiges Urteil fällte. Tatsächlich ließ sein Team nach schwachem erstem Durchgang in der zweiten Hälfte auch kämpferisch jede Bundesligatauglichkeit vermissen und musste am Ende froh sein, dass die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel.

Dabei konnte der Sportclub die ersten 20 Minuten noch halbwegs offen gestalten können und verzeichnete durch Manuel Gulde sogar eine Torchance – der Kopfball des Verteidigers ging an die Latte (5.). Doch dann überließen die Gäste den dynamischen und zweikampfstarken Kölnern fortan fast wehrlos das Spiel. In der 27. Minute gab es die erste große Chance der Gastgeber zu bestaunen. Nach einer schönen Flanke von Kingsley Ehizibue verfehlte ein Kopfball von Jhon Cordoba das Freiburger Tor nur knapp. Wenig später hatte der FC mehr Glück. Ein Eckball von Mark Uth landete auf dem Fuß von Rafael Czichos, dessen Schuss SC-Torwart Alexander Schwolow noch parieren konnte, doch gegen den Nachschuss von Sebastiaan Bornauw war kein Kraut mehr gewachsen.

Nach dem Rückstand kamen die Badener kurzzeitig noch mal in Schwung. Nach einem Pass von Robin Koch sorgte Changhoon Kwon für das technische Highlight der Partie, als er den über 40 Meter geschlagenen Ball aus der Drehung per Seitfallzieher verarbeitete, FC-Keeper Timo Horn bekam jedoch noch eine Faust an den Ball (42.). Fast wäre der SC allerdings mit einem 0:2-Rückstand in die Pause gegangen, doch Cordobas Schuss verfehlte das Tor um Zentimeter (44.). Manuel Gulde, der ansonsten einer der besseren Freiburger war, hatte den Kolumbianer mit einem schlimmen Fehlpass in Szene gesetzt.

Im zweiten Durchgang kam Luca Waldschmidt für Janik Haberer. Pech war, dass ein Ellbogenschlag von Ehizibue ins Gesicht von Lucas Höler weder von Schiedsrichter Robert Kampka noch vom Videoassistenten Robert Hartmann geahndet wurde – eine klare Fehlentscheidung (52.). Danach herrschte wieder Freiburger Harmlosigkeit. Und hinzu kam dann noch eine unglückliche Aktion von Keeper Schwolow, der bei einem wenig druckvollen Schuss von Jonas Hector auf dem falschen Fuß erwischt wurde und mit einer zu kurz geratenen Abwehr Cordoba die Möglichkeit zum 2:0 eröffnete (55.). Kurz darauf reagierte Schwolow allerdings prächtig, als er einen Freistoß von Mark Uth über die Latte lenkte (59.).

An der Torwartleistung lag es also nicht, dass der SC dermaßen unter die Räder geriet. Schon eher waren dafür die „Fehler im Passspiel“ verantwortlich, die Gulde nach dem Spiel monierte. Wie etwa der von Höfler, der dadurch die nächste Kölner Chance durch Ismail Jakobs (70.) einleitete. In der Schlussphase brachen beim Sportclub dann alle Dämme. Vor dem 3:0 durch Ehizibue (90.) ließ Dominique Heintz den Schützen passieren, beim 4:0 in der Nachspielzeit durch Jakobs (90.+1.) fand überhaupt keine Gegenwehr mehr statt. Und während der FC vor ausverkauftem Haus den vierten Sieg in Folge feierte, verzeichnet der SC die gegenläufige Tendenz. Jetzt 0:4 in Köln, und auch schon das 0:2 gegen Paderborn in der Vorwoche hatte einem spielerischen Offenbarungseid geglichen.

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