Znarok ist russisch-lettischer Eishockeyspieler, er hat zudem einen deutschen Pass. Deutsch aber spricht er nur gebrochen, gleiches gilt für Englisch. Das wurde ihm Anfang der 1990er-Jahre sogar zum Verhängnis. Von seinem Talent her hätte der 55-Jährige locker in der nordamerikanischen Profiliga NHL spielen können.

Als ihn die Boston Bruins verpflichten wollten, erschien ihm deren Angebot allerdings zu gering. Znarok wechselte stattdessen nach Deutschland nach Landsberg. Ob man dort wirklich mehr verdienen kann als in Boston? Natürlich nicht, wie Znarok feststellen musste, als ihm später ein Freund in Freiburg das Angebot aus den USA übersetzte. Znarok hatte vermutet, der Gehaltvorschlag aus Boston beziehe sich auf ein Jahr – richtig war allerdings ein Monat. Pech gehabt!

Nach Landsberg und dem EHC Freiburg spielte Znarok noch für den Heilbronner EC. Mit seinen Landsleuten sorgte er dort dafür, dass in einigen Getränkehandlungen der Wodka-Vorrat recht zügig zuneige ging. Mit der russischen Eishockey-Nationalmannschaft holte er als Trainer vor wenigen Monaten die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Südkorea – samt Glückwunschanruf von Präsident Wladimir Putin. Es ist davon auszugehen, dass auch dieses Gespräch wohl recht kurz war.

Der Autor dieses Textes Marco Scheinhof.