Markus Baur.
Markus Baur. | Bild: Marijan Murat

Ganz dicht dran an der deutschen Mannschaft ist Markus Baur. Der Handball-Weltmeister von 2007 aus Mimmenhausen ist für das ZDF als TV-Experte vor Ort. Kein Wunder, dass der 48-Jährige sich ganz besonders auf die Europameisterschaft freut. „Die Atmosphäre in Trondheim wird sicher fantastisch“, glaubt Baur, der überzeugt ist, dass die deutsche Mannschaft „trotz der vielen Ausfälle eine gute Rolle spielen wird. Wer in der Bundesliga viele Spielanteile hat, verfügt über Qualität. Wir haben eine sehr gute Mannschaft am Start“. Zu den Stärken der DHB-Auswahl zählen für ihn die guten Torhüter in Kombination mit der stabilen Abwehr. „Dieser Block ist allererste Sahne“, meint Baur. Dafür klappt seiner Ansicht nach das Zusammenspiel noch nicht so richtig, was daran liege, dass das Team durch die vielen Ausfälle noch nicht richtig eingespielt sei. Dennoch traut er Gensheimer & Co. „mindestens das Erreichen des Halbfinales zu. Es darf aber ruhig auch ein bisschen mehr sein“, so der Weltmeister.

Erich Merk.
Erich Merk. | Bild: unbekannt

Große Vorfreude auf die EM herrscht auch bei Erich Merk. Das Handball-Urgestein, ist derzeit als Trainer beim Landesligisten TV Ehingen und im Bezirk beim C-Jugend-Nachwuchs aktiv. „Endlich geht es los“, sagt der 67-Jährige, der versuchen will, „so viele Spiele wie möglich bei dieser Europameisterschaft zu verfolgen“. Nach den vielen verletzungsbedingten Ausfällen in der DHB-Mannschaft sei seine Erwartungshaltung bezüglich des deutschen Abschneidens zwar etwas gesunken.

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Bei den Vorbereitungsspielen zuletzt wurde er dann aber positiv überrascht. „Mir hat imponiert, wie die Nachrücker sich präsentiert haben. Vor allem die Kaltschnäuzigkeit von Marian Michalczik hat mir sehr gut gefallen“, so Merk. Das große Plus im deutschen Team ist für ihn die „starke Abwehrformation. Und Johannes Bitter hat im Tor gezeigt, dass er sein Handwerk immer noch beherrscht“. Schwächen sieht er noch im Tempogegenstoßspiel, „zudem fehlt den Jungs manchmal die Geduld, um einen Angriff richtig auszuspielen“. Er glaubt aber, dass sich dies im Laufe des Turniers legen wird und traut der Mannschaft „das Halbfinale zu“.

Daniel Eblen.
Daniel Eblen. | Bild: Peter Pisa

Daniel Eblen, Trainer des Zweitligisten HSG Konstanz, verdankt der Europameisterschaft eine Handball-Pause im Januar. „Das tut gut, einfach nur mal Handball-Fan zu sein“, freut sich der 45-Jährige auf die Spiele in Österreich, Norwegen und Schweden. „Wir haben eine gute Mannschaft – trotz der vielen Verletzungen“, sagt Eblen, der die Abwehr als großen Pluspunkt des deutschen Teams sieht. „Unsere Jungs haben vielleicht nicht ganz so den Druck wie andere Nationen. Wenn sie es hinbekommen, unbekümmert und mit viel Lust aufzuspielen, kann das was werden“, glaubt der Konstanzer, der aber eine Schwäche auf der deutschen Spielmacher-Position ausmacht. „Außerdem sind die Norweger, Dänen und Franzosen im organisierten Spiel stärker als wir“, findet Eblen, „das Halbfinale sollte aber schon drin sein für uns.“

Der Steißlinger Trainer Jonathan Stich war beim 32:27 über Schlusslicht Oberhausen wenig angetan vom Spieler seiner Mannschaft. Aber es hat dennoch zum Sieg gereicht.
Der Steißlinger Trainer Jonathan Stich war beim 32:27 über Schlusslicht Oberhausen wenig angetan vom Spieler seiner Mannschaft. Aber es hat dennoch zum Sieg gereicht. | Bild: Peter Pisa

„Auch wenn im Handball jedes Jahr ein Großereignis stattfindet, freue ich mich auf die EM“, sagt Jonathan Stich. Der Trainer des Südbadenliga-Spitzenreiters TuS Steißlingen legt natürlich den Fokus auf seine Mannschaft, die am Samstag wieder den Spielbetrieb startet. Dennoch versucht der 34-Jährige, so viele EM-Spiele wie möglich zu verfolgen. „Die Ausgeglichenheit“ sieht er als großen Vorteil der deutschen Mannschaft. „Die Spieler, die Leistungsträger in der homogenen Bundesliga sind, sind enge Matches gewohnt, müssen sich ständig mit gleichwertigen Mannschaften messen. Diese Mentalität kann den Ausschlag geben, wenn es mal knapp zugehen sollte“, glaubt Jonathan Stich. Dagegen sieht er im deutschen Rückraum „Defizite in der Breite im Vergleich zu den Topnationen Dänemark, Frankreich und Norwegen“. Dennoch traut er Prokops Mannschaft Platz drei zu.

Sascha Steinert.
Sascha Steinert. | Bild: privat

Auch Sascha Steinert (42), Vorsitzender des HC Lauchringen, glaubt, dass „das Halbfinale für unsere Mannschaft drin ist. Ob noch mehr geht, hängt von Tagesform und Glück ab“. Ein Handicap sei allerdings, dass viele personelle Ausfälle verkraftet werden müssen. „Dafür sind wir auf der Position des Torwarts super besetzt“, glaubt Steinert, der sich am meisten darüber freut, „dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen die deutschen Spiele überträgt“.

Matthias Flaig.
Matthias Flaig. | Bild: Verein

Für Matthias Flaig, Trainer des Landesligisten TV St. Georgen, ist das deutsche Gruppenspiel gegen Spanien ein Schlüsselspiel. „Wenn wir Spanien bezwingen und ohne Verlustpunkt in die Hauptrunde gehen, ist für mich das Halbfinale machbar. Wie im Fußball sind wir auch im Handball eine Turniermannschaft, die sich stets steigert. Ab dem Halbfinale ist dann alles möglich“, betont Flaig, für den die Teams aus Dänemark und Norwegen die Titelfavoriten darstellen. Flaig glaubt, dass die Mischung innerhalb des deutschen Teams stimmt. „Wir haben einige junge Spieler, die unbekümmert herangehen. Anderseits haben wir im Tor mit Andreas Wolff und Johannes Bitter eine große Erfahrung. Beide gehören zu den drei besten Schlussmännern Europas“, ergänzt der St. Georgener. Flaig wird sich die Spiele im TV ansehen. Sein Spieler Stephan Lermer hingegen ist bereits auf dem Weg nach Norwegen, um vor Ort das deutsche Team anzufeuern.