Das Handspiel

Die Regel enthält nach DFB-Angaben nun „klare Richtlinien, wann ein unabsichtliches Handspiel zu ahnden ist und wann nicht“. Der Verband will „eine verbesserte Vereinheitlichung bei der Bewertung gewisser Handspielsituationen“ erreichen und hat 40 „relevante Handspielsituationen“ an die Vereine übermittelt. Trainer und Spieler sollen die Szenen bewerten. Am 5. August ist ein zweiter Workshop der 1. und 2. Liga.

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Klar ist: Handspiele vor einem Tor werden künftig in jedem Fall abgepfiffen. „Das macht es viel einfacher für die Schiedsrichter. Da wird es keine Diskussionen mehr geben“, verspricht Videochef Jochen Drees. Trotzdem sorgte die neue Regel bereits am ersten Spieltag der 2. Bundesliga beim 1:1 zwischen Arminia Bielefeld und dem FC St. Pauli für Aufregung. In der Partie griff der Videoassistent ein, sodass ein Handelfmeter für Bielefeld in der 73. Minute zurückgenommen wurde. Paulis Buballa war der Ball vom eigenen Körper an die Hand gesprungen. Nach den neuen Regeln darf dabei nicht mehr auf Strafstoß entschieden werden, so Schiedsrichter Bastian Dankert nach dem Spiel.

Bild: Uwe Speck, Witters

Der Videobeweis

Neben dem Einzug in die 2. Liga gibt es noch weitere Änderungen am Videobeweis. Verlässt der Schiedsrichter nach Ende einer Halbzeit das Spielfeld, um eine Videoüberprüfung vorzunehmen oder die Spieler auf das Spielfeld zurückzuholen, darf er eine Entscheidung noch ändern.

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Außerdem sollen die Bilder aus dem Keller in Köln verbessert werden. „Unser Schwerpunkt in der kommenden Saison wird sein, den Informationsfluss zu beschleunigen“, sagte Drees. Der frühere Spitzenreferee rechnet aber nicht damit, dass die Zuschauer umstrittene Szenen bereits in der neuen Spielzeit auf der Videotafel zu sehen bekommen. Der so oft kritisierte Videobeweis soll damit weiter verbessert werden.

Handspiel beim Torwart

Bild: Uwe Speck, Witters

Torhüter dürfen nach einem Einwurf oder absichtlichem Zuspiel eines Mitspielers den Ball mit der Hand aufnehmen – wenn sie ihn vorher eindeutig mit dem Fuß gespielt oder dies versucht haben. Damit sind die Torwarte nicht mehr so oft gezwungen, eine spielerische Lösung zu finden.

Karten für Trainer und Betreuer

Bild: Frank Peters, Witters

Gelbe und Rote Karten können künftig wegen unsportlichen Verhaltens gegeben werden – neue Fifa-Regel. Rot (Verweis auf die Tribüne) zieht mindestens ein Spiel Sperre nach sich. Noch nicht entschieden ist, ob es nach der dritten Gelben Karte ein Spiel Sperre gibt – Tendenz beim DFB: ja.

Der Schiedsrichter ist mehr als „Luft“

Wenn der Ball den Unparteiischen berührt und danach ins Tor geht, dadurch der Ballbesitz wechselt oder ein Angriff gestartet wird, gibt es Schiedsrichterball. Bisher galt: der Schiedsrichter ist Luft.

Abwehrmauer bei Freistößen

Bild: Valeria Witters, Witters

Alle Spieler des angreifenden Teams müssen einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer einhalten. Falls nicht, wird dies mit einem direkten Freistoß geahndet. Bisher „versteckten“ sich oft Spieler der angreifenden Mannschaft in der Mauer und schufen dann eine Lücke durch Ausweichen oder Fallenlassen. Dadurch gab es ein ständiges Gerangel.

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Strafstoß

Bild: Uwe Speck, Witters

Bei der Ausführung eines Strafstoßes muss sich der Torhüter mindestens mit einem Teil seines Fußes auf oder über der Linie befinden und er darf nicht hinter der Linie stehen. Bei der Frauen-Weltmeisterschaft wurde die Regel bereits angewandt und sorgte für viel Unmut, weil Torhüterinnen beim Verstoß mit Gelb bestraft wurden. Diese Konsequenz wurde beim Elfmeterschießen ausgesetzt, sonst hätte es schnell mal Gelb-Rot für die Keeperin gegeben.

Auswechslungen

Der Spieler, der ausgewechselt wird, muss den Rasen über die nächste Auslinie verlassen. Bisher wurde oft Zeit geschunden, wenn sich ein angeschlagener Profi quer über den Platz Richtung Bank schleppte.

Abstoß

Bild: Frank Peters, Witters

Bei Abstößen ist der Ball im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde. Künftig muss er den Strafraum dabei nicht mehr verlassen. Damit haben die Mannschaften mehr spielerische Lösungen.

Karten und Freistöße

Der Schiedsrichter kann Gelb oder Rot auch erst bei der nächsten Spielunterbrechung zeigen, wenn der Freistoß schnell ausgeführt wird. Damit behält das ausführende Team den Überraschungseffekt, während sich der Gegner nicht mehr in Ruhe positionieren kann.
(dpa)