Bei Uli Hoeneß ist das Revierverhalten einfach erklärt. Wenn es nicht läuft, startet automatisch die Abteilung Attacke. Von wegen Land der Dichter und Denker – da wird Goethe quasi auf Zitate des Götz von Berlichingen reduziert. Und immer kräftig dramatisieren. Ein Beispiel? Nun, am Wochenende hätte er ganz einfach seinem Trainer Niko Kovac das Vertrauen aussprechen können. Wenn er ehrlich gewesen wäre, hätte er auch zugegeben, dass solche Aussagen schon in ein paar Stunden oder spätestens nach der nächsten Niederlage nicht mehr wert sein können. So ist halt das Geschäft. Das weiß der Uli, der Niko – und auch jeder Journalist, der solche Fragen stellt. Doch statt Besonnenheit zu demonstrieren, haute Bayerns Fußball-Patriarch mal wieder auf den Putz, um dem ihm eigenen Sprachjargon gleich mal aufzunehmen. „Ich werde Niko Kovac verteidigen bis aufs Blut“, sagte er. Dann bleckte er die Zähne, zückte einen Metzgerdolch und stierte mit blutunterlaufenen Augen ins Leere. Nein, das hat er natürlich nicht gemacht. Das Zitat ist verbürgt, der Rest frei erfunden. Hätte aber gut gepasst zum martialischen Spruch. Wir geben übrigens gerne noch einige Empfehlungen für zukünftige Interviews: Also, vor allem früher waren Bomben und Granaten beliebt in der Fußballersprache. Inzwischen wird meist nur noch mit harten Bandagen gekämpft, es brennt der Rasen oftmals lichterloh und der Gegner wird gerne aus dem Feld geschlagen. Schlimm wird es, wenn Spieler in der Mitte durchbrechen oder wenn der Ball unter die Latte genagelt wird.